Nichts ist frustrierender als der Griff in die Werkzeugkiste, nur um einen verrosteten Klumpen Metall herauszuziehen, der einmal ein präziser HSS-Bohrer war. Du kennst das Szenario: Du hast ein Projekt, die Motivation ist hoch, aber das Werkzeug spielt nicht mit.
Viele Heimwerker investieren Unsummen in hochwertige Maschinen, vernachlässigen aber das wichtigste Verschleißteil. Dabei ist es gar nicht schwer, Bohrer richtig aufbewahren zu lernen. Es spart dir nicht nur bares Geld für ständige Neukäufe, sondern schont auch deine Nerven.
In diesem Guide tauchen wir tief in die Materie ein. Wir schauen uns nicht nur an, wo du deine Schätze lagerst, sondern wie du Korrosion physikalisch verhinderst und warum der originale Plastikkoffer oft der Anfang vom Ende ist. Egal ob du eine kleine Heimwerkstatt oder eine professionelle Garage betreibst – hier findest du das System, das deine Bohrer jahrelang scharf hält.
Vielleicht denkst du: ‚Es ist doch nur Metall, was soll da passieren?‘ Doch wer ignoriert, wie man Bohrer richtig aufbewahren sollte, zahlt doppelt. Einmal für den Kauf und einmal für den vorzeitigen Ersatz, weil die Schneide durch Flugrost zerfressen ist. Wir zeigen dir jetzt, dass Bohrer richtig aufbewahren keine Raketenwissenschaft ist, sondern nur Disziplin erfordert.
7 Aufbewahrungs-Systeme
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Rost & Chaos: Warum du Bohrer richtig aufbewahren musst
Bevor wir Lösungen bauen, müssen wir das Problem verstehen. Warum rosten Bohrer eigentlich, selbst wenn sie trocken scheinen? Die Antwort liegt in der Metallurgie. Die meisten hochwertigen Bohrer bestehen aus Schnellarbeitsstahl (HSS). Dieser ist extrem hart, aber anfällig für Oxidation.
Wenn du Bohrer richtig aufbewahren willst, kämpfst du gegen zwei Hauptgegner:
- Die Luftfeuchtigkeit: In Kellern oder Garagen kondensiert Wasser auf dem kalten Stahl. Das Ergebnis: Flugrost, der die Schneidkanten zerfrisst.
- Die „Schüttgut“-Lagerung: Liegen Bohrer lose in einer Kiste, schlagen die gehärteten Schneiden bei jedem Öffnen der Schublade gegeneinander. Hartmetall ist spröde – es platzt ab. Dein Bohrer wird stumpf, ohne dass du ihn benutzt hast.
Lebenserwartung von Bohrern nach Lagerung
Es ist ein wirtschaftliches Desaster, gutes Werkzeug verrotten zu lassen. Ein einziger guter 10mm Kobalt-Bohrer kostet oft mehr als eine vernünftige Aufbewahrungsbox.
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Willst du genau verstehen, warum Sauerstoff und Wasser deinem Stahl so zusetzen? Hier wird die chemische Reaktion (Redoxreaktion) verständlich aufgeschlüsselt.
Systeme im Vergleich: Von DIY bis High-End
Es gibt hunderte Meinungen im Internet, wie man Bohrer richtig aufbewahren am besten umsetzt. Aber nicht jede ‚Lifehack‘-Lösung aus TikTok ist auch gut für dein Werkzeug.
1. Das Bohrer-Magazin (Drill Dispenser)
Für Metallbohrer ist dies der Goldstandard. Ein Gehäuse aus Stahlblech, in dem jede Größe ihr eigenes Fach hat.
- Vorteil: Du siehst sofort, wenn eine Größe fehlt. Die Bohrer berühren sich nicht.
- Der Clou: Da das Gehäuse meist nicht luftdicht ist, kannst du ein kleines Säckchen Silica-Gel (Trockenmittel) unten reinlegen oder die Bohrer leicht ölen. Das Metallgehäuse schützt zudem vor UV-Strahlung, was zwar dem Metall egal ist, aber den Kunststoffgriffen mancher Werkzeuge schadet.
- Industrie-ABS: Schlagfester Spezialkunststoff (Kein Rosten, kein Verbeulen)
- Vollständig: Perfektes Raster für 25 Bohrer (1,0 – 13,0 mm in 0,5er Schritten)
- Upgrade: Die professionelle, stapelbare Lösung für lose DIN 338 Bohrer
2. Der Bohrer-Spender-Schrank aus Metall
Für Metallbohrer ist dies der Goldstandard. Ein klassischer Bohrer-Spender-Schrank besteht aus Stahlblech, in dem jede Größe ihr eigenes Fach hat.
- Ideal für: Profis, die viele Einzelbohrer kaufen (Bulk).
- Der Clou: Du kaufst diese Art der Bohrer Aufbewahrung leer. Das zwingt dich, dein aktuelles Chaos einmal komplett zu sortieren. Da das Gehäuse meist nicht luftdicht ist, solltest du unten ein Päckchen Silica-Gel hineinlegen.
3. Der klassische Holzblock (DIY)
Viele Youtube-Kanäle zeigen schicke Holzblöcke. Doch Vorsicht: Wenn du deine Bohrer richtig aufbewahren willst, ist unbehandeltes Holz oft eine Falle.
- Das Problem: Holz ist hygroskopisch. Es zieht Feuchtigkeit aus der Luft und speichert sie.
- Die Folge: Steckt der Schaft des Bohrers im Holz, rostet er dort unsichtbar fest. Wenn du Holz nutzt, musst du die Löcher unbedingt vorher großzügig mit Öl tränken oder lackieren.
4. Magnetleisten
Super für den schnellen Zugriff, aber mit Vorsicht zu genießen.
- Achtung: Bohrer können magnetisch werden. Beim Bohren in Metall bleiben dann die Späne (Swarf) am Bohrer kleben, verstopfen die Nut und führen zu Überhitzung. Für Holzbohrer ist das okay, für Metallbearbeitung eher nicht zu empfehlen.
- Wer HSS-Bohrer richtig aufbewahren möchte, sollte Magnetismus unbedingt vermeiden.
Vorsicht bei Schaumstoff
Nutze niemals billigen, offenporigen Schaumstoff für DIY-Einlagen. Wie ein Schwamm saugt dieser Wasser aus der Luft. Deine Bohrer liegen dann quasi im Nassen. Nutze stattdessen geschlossenzelligen Schaumstoff (wie Kaizen Foam). Damit kannst Du Deine Bohrer richtig aufbewahren.
5. Das Systemkoffer-Upgrade
Wenn du bereits im Makpac, L-Boxx oder Systainer Universum bist, nutze CNC-gefräste Einlagen oder 3D-Druck Einsätze. Achte hier darauf, dass der Koffer eine Gummidichtung im Deckel hat. Das schafft ein Mikroklima, in dem Rost weniger Chancen hat.
6. Der unsichtbare Schutzschild (VCI-Technik)
Das ist der Geheimtipp aus der Industrie, wenn du ohne viel Aufwand deine Bohrer richtig aufbewahren willst.
- Das Prinzip: Du legst einen kleinen VCI-Emitter (sieht aus wie ein Plastikchip oder Schaumstoff) in deine Schublade. Er gibt unsichtbare Moleküle ab, die sich als Schutzfilm auf das Metall legen.
- Der Vorteil: Du musst die Bohrer nicht ständig einölen. Der Schutz erreicht auch die hinterste Ritze der Spirale.
- Haltbarkeit: Ein Chip hält in einer geschlossenen Schublade ca. 1-2 Jahre.
7. Die „Röhre“ für die Riesen (DIY Köcher)
Wohin mit dem 60cm langen SDS-Max Durchbruchbohrer? Er passt in keinen Koffer.
- Die Lösung: Geh in den Baumarkt (Sanitärabteilung) und hol dir graue HT-Rohre (DN 40 oder DN 50) mit zwei passenden Endstopfen.
- Bau: Rohr auf Länge sägen, Stopfen drauf.
- Profi-Tipp: Klebe ein Stück Schaumstoff in den unteren Deckel, damit die Hartmetall-Spitze beim Hineinfallen nicht auf das harte Plastik knallt. Beschrifte das Rohr außen mit einem dicken Marker oder dem Brother Drucker. Luftdicht, staubdicht, perfekt.
8. Die Werkzeug-Rolle (Tool Roll)
Ideal für Monteure, die ihre Bohrer zur Baustelle tragen müssen.
- Material: Nutze Rollen aus gewachstem Canvas oder robustem Nylon (kein Leder, da Gerbsäuren Korrosion fördern können!).
- Funktion: Jeder Bohrer hat eine eigene Stoff-Lasche. Wenn du die Tasche zusammenrollst, berührt Metall nur Stoff, niemals anderes Metall. Kein Klappern, kein Abstumpfen beim Transport.
- Robust: Wasserabweisendes Heavy-Duty Canvas schützt vor Feuchtigkeit
- Lautlos: Kein Klappern beim Transport – Schneiden berühren sich nie
- Mobil: Perfekt für Monteure, die unterwegs ihre Bohrer richtig aufbewahren wollen
9. Die Hightech-Lösung: Bohrer Aufbewahrung 3D Druck
Hast du einen 3D-Drucker? Dann druck dir deine Inlays selbst! Auf Plattformen wie Printables oder Thingiverse ist die Bohrer Aufbewahrung 3D Druck ein riesiger Trend. So kannst Du Deine Bohrer richtig aufbewahren – ganz individuell.
- Der Vorteil: Du kannst passgenaue Raster („Gridfinity“) für deine Bohrer Aufbewahrung Schublade drucken.
- Das Material: Nutze PLA oder PETG. Anders als Holz ziehen diese Kunststoffe keine Feuchtigkeit, was deine Schublade rostfrei hält.
- Industrie-Qualität: Gefertigt aus 0,8 mm dickem Kaltwalzstahl – verwindungssteif und korrosionsgeschützt.
- Volle Übersicht: Der ideale Bohrer-Spender-Schrank mit 3 kugelgelagerten Schubladen und 27 beschrifteten Fächern (A-Z).
- Erweiterbar: Stapelbares Design spart Platz – die perfekte Bohrer Aufbewahrung Schublade für wachsende Ansprüche.
Der Pflege-Plan: Mit der richtigen Bohrer Aufbewahrung bleiben sie glänzend
Das beste Aufbewahrungssystem nützt nichts, wenn du das Werkzeug nass und dreckig weglegst. Wer Bohrer richtig aufbewahren will, muss eine Routine entwickeln. Das klingt nach Arbeit, dauert aber keine 30 Sekunden.
- Reinigung nach Einsatz: Wische Späne und Holzstaub ab. Holzstaub entzieht Feuchtigkeit? Nein, er bindet sie am Metall!
- Entfetten (bei Harz): Hast du harziges Holz gebohrt? Nimm Harzlöser. Verklebte Spiralen führen zu Hitze, Hitze führt zum Ausglühen (Härteverlust).
- Die Ölung: Ein hauchdünner Film ist deine Lebensversicherung. Aber nimm nicht irgendein Öl.
Welches Öl für die Konservierung?
Viele schwören auf WD-40. Das ist okay zum Reinigen, verdunstet aber relativ schnell. Für die Langzeit-Lagerung empfehlen wir Ballistol oder spezielles Kamelienöl (bekannt aus der japanischen Werkzeugpflege). Es ist säurefrei und verharzt nicht.
Organisation: Das 3-Sekunden-Prinzip
Chaos kostet Zeit. Wenn du Bohrer richtig aufbewahren möchtest, gehört die Sortierung dazu. Nichts tötet den Workflow mehr, als den Messschieber rauszuholen, um zu prüfen, ob das nun 5,5mm oder 6mm sind.
Die Trennung der Arten
Mische niemals Stein-, Holz- und Metallbohrer in einem Fach.
- Steinbohrer: Haben eine Hartmetallplatte, die andere Bohrer zerkratzen kann.
- Holzbohrer: Haben eine empfindliche Zentrierspitze. Wenn ein schwerer SDS-Bohrer darauf fällt, ist die Spitze krumm und der Bohrer nutzlos.
Unsicher, was du da gerade sortierst?
Du hältst einen Bohrer in der Hand, erkennst aber den Unterschied zwischen Holz- und Metallbohrer nicht sofort? Bevor du sie falsch einsortierst (und damit beschädigst), frische dein Wissen kurz auf.
Zum Einsteiger-Guide: Alle Bohrer Grundlagen auf einen Blick
Beschriftung ist Macht
Nutze einen Label-Maker oder wasserfeste Stifte. Beschrifte nicht den Bohrer (hält nicht), sondern das Fach. Profi-Tipp: Wenn ein Bohrer abbricht oder stumpf ist, drehe ihn im Magazin um (Schaft nach oben) oder lasse das Fach leer. So siehst du beim nächsten Baumarkt-Besuch sofort, was du nachkaufen musst („Lücken-Management“).
- Dauerhaft: Laminierte Bänder sind öl- und abriebfest
- Lesbar: Nie wieder Rätselraten bei den Größen
- Vielseitig: Auch für Kabel, Koffer und Schubladen
Bohrer richtig aufbewahren – häufige Fragen
Theoretisch ja, da Reis Feuchtigkeit zieht. In der Praxis ist das aber eine staubige Angelegenheit, die sich in den Nuten festsetzt und organisch gammeln kann. Silica-Gel Päckchen sind die sauberere und professionellere Lösung.
Leichter Flugrost lässt sich mit WD-40 und einem Schleifvlies (Scotch-Brite) entfernen. Ist der Rost bereits in die Schneide „hineingefressen“ (Lochfraß), ist der Bohrer meist nicht mehr präzise zu retten und sollte ersetzt werden.
Nein. Für HSS-Stahlbohrer ist Magnetismus nachteilig, da Metallspäne an der Schneide haften bleiben und die Reibung erhöhen. Für Forstnerbohrer oder große Schlangenbohrer (Holz) sind Magnetleisten jedoch eine sehr platzsparende Lösung.
Überlange Schalungsbohrer passen in keine Standard-Kiste. Hier bieten sich HT-Rohre (Abflussrohre) aus dem Baumarkt an. Mit zwei Endstopfen baust du dir günstige, robuste und luftdichte Köcher, die du beschriften und ins Regal stellen kannst.
Ja, absolut. PLA oder PETG Kunststoff zieht im Gegensatz zu Holz kein Wasser. Du kannst dir passgenaue Inlays für deine Schubladen drucken. Achte nur darauf, dass das Design eine leichte Entnahme ermöglicht, ohne in die scharfen Schneiden greifen zu müssen.
Neue Bohrer kommen oft mit einem klebrigen Werks-Schutzfilm. Diesen kannst du für die Langzeitlagerung drauflassen. Willst du sie benutzen, entferne ihn mit Bremsenreiniger und öle sie nach Gebrauch leicht mit Ballistol ein.
Plastikboxen sind selten luftdicht. Wenn du sie im Keller bei hoher Luftfeuchtigkeit öffnest und wieder schließt, sperrst du die feuchte Luft mit ein. Bei Temperaturschwankungen kondensiert das Wasser direkt auf dem kalten Stahl.
WD-40 ist primär ein Kriechöl und Reiniger, kein dauerhafter Korrosionsschutz. Es verdunstet mit der Zeit. Für Bohrer, die du monatelang nicht nutzt, sind Wachssprays oder dickflüssigere Öle wie Ballistol oder Maschinenöl besser geeignet.
Kälte an sich schadet dem Stahl nicht (er wird nicht spröde bei normalen Wintertemperaturen). Das Problem ist der Temperaturwechsel. Wenn du kaltes Werkzeug in einen warmen Raum bringst oder die Garage schnell aufheizt, entsteht Kondenswasser.
Für die Basis (1-10mm) ist ein Set in einer Metallkassette ideal zu lagern. Spezialgrößen oder Ersatz für gebrochene Bohrer kaufst du einzeln nach und füllst das Set auf. Lagere keine „Dubletten“ lose, das schafft nur Unordnung.
Kurz-Check: Machst du es richtig?
Richtig
Du nutzt geschlossene Boxen mit Silica-Gel, weil du verstanden hast, wie man Bohrer richtig aufbewahren muss, um Rost zu verhindern.
Du ölst nach der Nutzung leicht nach, da dies zum Prozess Bohrer richtig aufbewahren dazugehört.
Falsch
Du wirfst alles lose in eine Schublade. So kann man keine Bohrer richtig aufbewahren, da die Schneiden brechen.
Du nutzt offenen Schaumstoff im feuchten Keller. Das Gegenteil von sicherem Lagern.
Fazit: Bohrer richtig aufbewahren ist bares Geld wert
Am Ende ist es eine einfache Rechnung: Ein hochwertiges Set Bohrer kostet zwischen 50 und 100 Euro. Eine gute Kassette oder Pflegeöl kostet einen Bruchteil davon. Wer einmal gelernt hat, wie man Bohrer richtig aufbewahren muss, schützt diese Investition.
Egal ob du dich für die High-End-Lösung mit VCI-Chips entscheidest oder den DIY-Halter aus dem Video baust: Wichtig ist, dass du Feuchtigkeit und mechanische Reibung vermeidest.
Wenn du diese Tipps beherzigst und deine Bohrer richtig aufbewahren kannst, wirst du den Unterschied beim nächsten Projekt sofort spüren: Der Bohrer greift sofort, statt nur heiß zu werden.
Hast du noch einen eigenen Geheimtipp, wie jemand Bohrer richtig aufbewahren kann? Schreib es uns!
Platz für echte Problemlöser geschaffen?
Jetzt herrscht Ordnung – aber hast du auch das richtige Werkzeug für Spezialfälle? Forstnerbohrer (für Scharniere) oder Stufenbohrer (für Blech) sind teuer und gehören genau in dieses neue Aufbewahrungssystem.
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