Hand aufs Herz: Wie oft standest du schon auf einer wackeligen Aluminiumleiter, die Kettensäge in der Hand, und hast gebetet, dass der Ast nicht in deine Richtung fällt? Die Baumpflege und das Gewinnen von Brennholz aus der Baumkrone gehören zu den gefährlichsten Arbeiten im heimischen Garten. Doch es gibt eine Lösung, die dich fest auf dem Boden der Tatsachen hält – und trotzdem hoch hinaus bringt.
In diesem Makita Hochentaster Test schauen wir uns den Aufsatz EY401MP ganz genau an. Ist er nur ein Spielzeug für dünne Zweige oder ein ernstzunehmendes Werkzeug, mit dem du tonnenweise Brennholz machst, ohne dein Leben zu riskieren?
Wir von „Perfektes Werkzeug“ haben die Kombination aus dem DUX60 Antrieb und der Säge durch Hartholz gejagt, um dir eine ehrliche Antwort zu geben. Spoileralarm: Deine Leiter kannst du danach wahrscheinlich verkaufen.
Gigantische Reichweite
Mit Verlängerung und Armlänge erreichst du Äste in bis zu 4,50 Metern Höhe – sicher vom Boden aus.
Akku statt Benzin
Kein Gestank, kein Ziehen am Starterseil. Volle 36V oder 40V Power auf Knopfdruck für den sofortigen Schnitt.
Maximale Sicherheit
Wenn der schwere Ast fällt, stehst du bereits meterweit entfernt. Dein persönlicher Sicherheitsabstand ist inklusive.
Das System: Warum der EY401MP kein Solo-Künstler ist
Bevor wir in die Sägespäne eintauchen, müssen wir ein technisches Missverständnis klären. Wenn wir vom „Makita Hochentaster“ sprechen, meinen wir in der Regel den Aufsatz EY401MP. Dieser ist Teil des genialen Split-Shaft-Systems von Makita.
Das bedeutet: Du kaufst keinen kompletten Hochentaster, der das ganze Jahr Platz wegnimmt, sondern nur den Schaft mit der Kettensäge vorne dran. Diesen klickst du auf deinen Multifunktionsantrieb.
Und hier entscheidet sich bereits, ob du Spaß beim Sägen hast oder frustriert aufgibst. Die Wahl des Motors ist entscheidend für die Performance im Hartholz.
Achtung bei der Motorwahl
Der kleine DUX18 (18V) ist für den Hochentaster mechanisch kompatibel, aber oft zu schwach. Bei dickem Eichenholz schaltet er wegen Überlastung ab. Für ernsthafte Brennholz-Arbeiten empfehlen wir zwingend den DUX60 (2x18V) oder den UX01G (40V).
- Reichweite: Verwandelt deinen Antrieb in eine Teleskop-Säge für hohe Äste
- Wartungsfreundlich: Integrierter Öltank schmiert die Kette automatisch
- Kompatibel: Passt auf DUX18, DUX60 und UX01G Antriebe
Die Schnittleistung: Kaminholz oder Zahnstocher?
Jetzt geht es ans Eingemachte. In unserem Makita Hochentaster Test wollten wir wissen: Bringt ein Akku-Gerät am langen Stiel wirklich genug Druck auf die Kette oder bleibt sie stecken?
Der EY401MP ist mit einer 25 cm langen Schiene ausgestattet. Das klingt kurz, ist für Arbeiten in der Krone aber ideal, da man sich nicht in Astgabeln verhakt. Die Kettengeschwindigkeit ist hier der entscheidende Faktor.
Drehmoment vs. Geschwindigkeit
Im Gegensatz zu einer normalen Kettensäge, die oft mit 20–24 m/s sägt, arbeitet der Hochentaster etwas gemütlicher. Das ist gewollt! Durch die Übersetzung wird die Kraft des Motors in Drehmoment umgewandelt.
Das Ergebnis: Selbst trockene, harte Äste (Buche, Eiche) mit 15 cm Durchmesser zieht die Säge gnadenlos durch. Es dauert vielleicht 2 Sekunden länger als mit der Benzinsäge, aber der Schnitt ist sauber und konstant. Ein „Steckenbleiben“ der Kette haben wir mit dem DUX60 im höchsten Gang kaum provoziert bekommen.
Leistungsvergleich (Subjektives Empfinden)
Hier siehst du, wie sich der Hochentaster im Vergleich zu anderen Säge-Methoden schlägt:
Der Cheat-Code für Höhe: Die Schaftverlängerung
Wenn dir die Standardlänge von ca. 2,50 Metern (inklusive Antrieb) nicht reicht, hat Makita ein Ass im Ärmel: Die Schaftverlängerung LE400MP.
Dieses einfache Rohr aus Carbon/Stahl verlängert dein Setup um exakt 100 cm. Damit knackst du die 4-Meter-Marke locker. Aber Vorsicht: Die Physik lässt sich nicht austricksen.
Jeder Zentimeter mehr Hebelwirkung sorgt dafür, dass sich das Gerät schwerer anfühlt. Mit der Verlängerung wird das Manövrieren in der Baumkrone zum Workout. Trotzdem ist es unverzichtbar, wenn du an das wirklich gute Brennholz in der Spitze kommen willst.
Profi-Tipp: Nutze unbedingt den Tragegurt des DUX60/UX01G. Hänge das Gerät ein und nutze deinen Körper als Gegengewicht. Wer versucht, das Setup nur mit den Armen zu halten, hat am nächsten Tag Muskelkater garantiert.
Gerade diese Modularität war ein Highlight in unserem Makita Hochentaster Test, da sie dir Flexibilität gibt, die starre Benzinsägen nicht haben.
- +100 cm Reichweite: Komm an die Äste in der Krone, die sonst unerreichbar wären
- Robust: Stabile Verbindung überträgt die Kraft ohne Wackeln
- Klick & Los: Einfach zwischenstecken – passt perfekt zum EY401MP
Sicherheit & Wartung: Was du wissen musst
Auch wenn du am Boden stehst: Ein herabfallender Ast von 5 kg Gewicht entwickelt aus 4 Metern Höhe eine enorme Wucht. Ein Forsthelm ist daher keine Option, sondern Pflicht. Ebenso solltest du niemals direkt unter dem Ast stehen, den du sägst, sondern immer leicht versetzt.
Was die Wartung angeht, ist der EY401MP angenehm unauffällig. Der integrierte Öltank schmiert die Kette automatisch. Du musst lediglich darauf achten, biologisch abbaubares Kettenöl zu verwenden, da das Öl im Gartenboden landet.
Sei nicht leichtsinnig!
Hier findest Du die offiziellen Sicherheitsregeln der SVLFG zur Holzernte.
Der „Entlastungsschnitt“ – So sägst du richtig
Damit dir die Säge nicht im Holz festklemmt (der Klassiker beim Brennholz schneiden), nutze diese Technik:
- Säge den Ast von unten ca. 1/3 ein.
- Setze dann von oben an und säge durch.
- Der Ast fällt sauber ab, ohne Rinde abzureißen oder das Schwert einzuklemmen.
Öl nicht vergessen!
Der Hochentaster wird oft „trocken“ geliefert. Bestelle dir direkt 1 Liter Makita Bio-Kettenöl mit, sonst ist der Spaß nach 5 Minuten vorbei und die Kette glüht aus.
- Haftstark: Dank speziellem Haftzusatz bleibt das Öl an der Kette und wird nicht sofort abgeschleudert
- Verschleiß-Stopp: Minimiert Reibung und Hitze extrem – deine Kette und das Schwert leben deutlich länger
- Original: Perfekte Viskosität (Zähflüssigkeit) für die Ölpumpen von Makita Kettensägen
Fazit: Ist der Makita Hochentaster sein Geld wert?
Wie fällt unser Makita Hochentaster Test Fazit aus? Lohnt sich die Investition in den EY401MP? Wenn du bereits einen Makita Multifunktionsantrieb besitzt und Bäume im Garten hast: Ein klares Ja.
Die Sicherheit, nicht mehr auf Leitern balancieren zu müssen, ist unbezahlbar. Die Schnittleistung reicht locker aus, um auch dickere Äste für den Kamin vorzubereiten. Zwar ist das Handling mit Verlängerung kräftezehrend, aber immer noch komfortabler und sicherer als jede Kletterpartie.
Für uns bei „Perfektes Werkzeug“ ist er der heimliche Star im Aufsatz-Sortiment – besonders im Herbst und Winter, wenn das Brennholz ruft.
Häufige Fragen (FAQ) zum Makita Hochentaster
Braucht der Makita Hochentaster eigenes Kettenöl? Ja, unbedingt. Der Aufsatz (EY401MP) besitzt einen eigenen kleinen Öltank am Kopf der Säge. Dieser muss regelmäßig mit Kettenhaftöl (am besten Bio) befüllt werden, da die Schmierung sonst fehlt und Schwert sowie Kette überhitzen.
Wie dick dürfen die Äste maximal sein? Das Schwert ist 25 cm lang. Theoretisch kannst du Äste bis ca. 20-22 cm Durchmesser sägen. In der Praxis liegt der „Sweetspot“ für zügiges Arbeiten bei 10 bis 15 cm. Bei dickerem Hartholz solltest du Geduld mitbringen und den Motor nicht abwürgen.
Kann ich den Aufsatz abwinkeln? Nein, der Standard-Aufsatz des Makita Hochentaster EY401MP ist starr. Das ist für senkrechte Äste manchmal nachteilig, sorgt aber für eine robustere Kraftübertragung. Es gibt vereinzelt Zubehörlösungen, aber ab Werk ist der Kopf fixiert.
Passt der Aufsatz auf Benzin-Geräte? Ja, der EY401MP passt mechanisch oft auch auf die älteren Makita oder Dolmar Benzin-Kombimotoren (z.B. EX2650LH), da die Schnittstelle (24mm Schaft, 7-Zahn Welle) identisch geblieben ist.
Welche Feile brauche ich zum Schärfen? Auf dem Makita Hochentaster ist standardmäßig eine 3/8″ Kette mit 1,1 mm oder 1,3 mm Treibgliedstärke verbaut. Hierfür benötigst du in der Regel eine Rundfeile mit 4,0 mm oder 4,5 mm Durchmesser. Prüfe die genaue Bezeichnung auf deiner Kette (oft Typ 90PX oder 91PX).
Warum stoppt die Kette im Holz? Das ist der elektronische Überlastschutz. Wenn du zu viel Druck ausübst oder die Kette eingeklemmt wird, schaltet der Akku-Antrieb (DUX18/60) sofort ab, um den Motor zu schützen. Nimm die Säge aus dem Schnitt, lasse sie neu anlaufen und säge mit weniger Druck weiter.
Ist eine Schaftverlängerung sinnvoll? Absolut, wenn du höher als 3 Meter hinaus willst. Die Verlängerung LE400MP gibt dir 100 cm extra. Beachte aber, dass sich der Schwerpunkt verlagert und das Gerät deutlich schwerer zu halten ist.
Kann ich auch Hecken damit schneiden? Theoretisch ja, um sehr grobe, verholzte Hecken „auf Stock“ zu setzen. Für den normalen Formschnitt ist die Kettensäge aber zu brachial und hinterlässt ein ausgefranstes Schnittbild. Dafür ist der Heckenscheren-Aufsatz (EN401MP) gedacht.
Wie spanne ich die Kette des Makita Hochentaster? Vorne am Gehäuse befindet sich eine Schraube. Löse leicht die Mutter der Abdeckung, drehe dann an der Spannschraube, bis die Kette unten am Schwert gerade so anliegt, sich aber noch leicht von Hand ziehen lässt. Dann die Mutter wieder festziehen.
Ist der Betrieb sehr laut? Im Vergleich zur Benzinsäge ist der Makita Hochentaster flüsterleise. Du brauchst keinen Gehörschutz für den Lärmpegel (obwohl er bei Kettensägen-Arbeiten trotzdem empfohlen wird, allein schon als Schutz vor peitschenden Zweigen). Deine Nachbarn werden es dir danken.