In der Welt der professionellen Elektrowerkzeuge tobt ein stiller Krieg. Lange Zeit dachten wir, dieser Krieg würde über Volt-Zahlen entschieden – 18V, 36V, 40V, 80V. Doch dieser Kampf ist vorbei. Die neue Frontlinie verläuft unsichtbar im Inneren der schwarzen Kunststoffgehäuse. Es geht nicht mehr um Spannung (Volt), sondern um Stromdichte, Hitze und Innenwiderstand.
Makita hat mit der Einführung der Tabless-Technologie im XGT-System eine Waffe geschmiedet, die das Kräfteverhältnis auf der Baustelle verschiebt. Wenn du dich fragst, warum plötzlich ein „F“ hinter der Modellnummer deines Makita XGT Tabless Akkus steht (z.B. BL4040F) und ob sich der Aufpreis wirklich lohnt, bist du hier genau richtig.
Ich habe die technischen Daten analysiert, die Physik hinter den neuen Murata-Zellen dekonstruiert und zeige dir, warum diese Technik den bisherigen Goldstandard – den 5.0 Ah Akku – in Rente schickt.
Das thermische Problem verstehen: Warum Akkus schwitzen
Um die Revolution zu verstehen, müssen wir kurz in die Physik eintauchen (keine Sorge, es bleibt praxisnah). Ein klassischer Lithium-Ionen-Akku – egal ob 18V LXT oder die erste Generation XGT – ist im Inneren wie eine aufgerollte Teppichrolle aufgebaut. Anode, Kathode und Separator bilden die sogenannte „Jelly Roll“.
Das Problem an dieser Bauweise war bisher immer der „Ausgang“. Um den Strom aus dieser Rolle heraus in deinen Winkelschleifer zu leiten, musste er durch ein Nadelöhr: den Tab. Das ist eine kleine Metalllasche, an die alle Elektronen vorbei müssen.
Wenn du jetzt eine Hochleistungsmaschine wie die 270mm Kreissäge HS011G oder einen großen Abbruchhammer nutzt, ziehen diese Geräte kurzzeitig 60 bis 80 Ampere.
Das physikalische Dilemma:
Nach dem Jouleschen Gesetz steigt die Hitzeentwicklung quadratisch zum Stromfluss (I²). Das bedeutet:
- Doppelter Strom = Vierfache Hitze.
- Der kleine Tab wird zum glühenden Engpass.
Die Folgen kennst du von der Baustelle: Die Maschine schaltet ab („Überhitzungsschutz“), obwohl der Akku noch halb voll ist. Oder die Drehzahl bricht unter Last ein („Voltage Sag“), weil der Innenwiderstand die Spannung in den Keller zieht.
Die Tabless-Lösung: Autobahn statt Feldweg
Hier setzt der Makita XGT Tabless Akku an. Bei den neuen Zellen der „F“-Serie (im Inneren werkeln hochspezialisierte Murata VX40 Zellen im 21700-Format) gibt es diesen einen Tab nicht mehr.
Stattdessen nutzt Makita den gesamten Rand der Elektrodenfolie als Kontaktfläche („Edge conduction“). Die Folie wird gelasert und gefaltet, sodass der Strom an jeder Stelle der Wicklung direkt nach außen fließen kann.
Was bedeutet das für dich in der Praxis?
- Massiv weniger Hitze: Da der Strom nicht durch einen Engpass muss, entsteht kaum Stauwärme. Die Akkus laufen bis zu 32 % kühler.
- Keine Zwangspausen: Das Batteriemanagement (BMS) muss nicht wegen Überhitzung abschalten.
- Sofortiges Laden: Ein kühlerer Akku muss vor dem Laden im Schnellladegerät (DC40RA) nicht erst mühsam heruntergekühlt werden.
- Brutale Dauerleistung: Diese Zellen können dauerhaft bis zu 80 Ampere liefern. Das ist fast das Doppelte herkömmlicher Hochstromzellen (35-45 A).
Digitaler Handshake
Wichtig: Die neuen Tabless-Akkus kommunizieren digital mit der Maschine. Das Werkzeug „erkennt“, dass ein F-Akku steckt und hebt die interne Strombegrenzung auf. Ältere XGT-Geräte profitieren daher eventuell erst nach einem Firmware-Update oder gar nicht von der vollen Mehrleistung.
Cool bleiben
Bis zu 32% weniger Hitzeentwicklung bedeutet längere Lebensdauer und keine thermischen Abschaltungen mitten im Schnitt.
Leistung satt
Kein Drehzahleinbruch mehr. Die Spannung bleibt auch unter extremer Last stabil (weniger „Voltage Sag“).
Turbo-Laden
Da der Akku kühler aus der Maschine kommt, beginnt der Ladevorgang sofort – ohne Wartezeit für die Abkühlung.
Wir schauen ins Datenblatt: Murata US21700VX40
Lass uns das Marketing-Geschwätz beiseite schieben. Im Inneren des BL4040F arbeiten Hochleistungszellen, deren Spezifikationen exakt der Murata US21700VX40 entsprechen. Warum ist das wichtig? Weil das Datenblatt eine Sprache spricht, die jeder Handwerker versteht:
- Standard-Zelle: Macht bei ca. 35 Ampere Dauerlast „dicht“ (wird zu heiß).
- Murata VX40 (Tabless): Erlaubt Spitzenströme bis zu 80 Ampere (bei 80°C Cut-off).
Das ist der Grund, warum deine Kreissäge mit dem alten Akku stehen bleibt, aber mit dem F-Akku durch das Hartholz zieht. Die Maschine „erkennt“ digital die VX40 Zelle und hebt die interne Ampere-Sperre auf.
Visualisiert: Warum der alte Akku heiß läuft
Hier siehst du schematisch den Unterschied im Elektronenfluss. Stell dir vor, du musst ein volles Fußballstadion evakuieren.
Links (Alt): Alle müssen durch eine einzige Tür (Tab). Es gibt Stau, Reibung und Hitze. Rechts (Neu): Die gesamte Tribüne ist offen. Der Strom fließt barrierefrei.
Standard „Jelly Roll“ (Mit Tab)
Tabless Design (Kanten-Kontakt)
Achtung Mogelpackung: Nicht jedes „F“ ist Tabless!
Hier müssen wir ein weit verbreitetes Missverständnis aufklären, das selbst viele Händler falsch wiedergeben. Das Kürzel „F“ bei Makita steht für „High Output“, aber nicht automatisch für die neue Tabless-Zelltechnologie.
Der entscheidende Unterschied:
Der BL4050F (5.0 Ah) nutzt herkömmliche 18650er Zellen (meist Sony/Murata VTC5A). Er erreicht seine Leistung nur durch Masse (20 Zellen in 2 Reihen), nicht durch die geniale neue Architektur.
Der BL4040F (4.0 Ah) nutzt die neuen 21700er Tabless-Zellen. Das ist die echte Revolution.
Hier ist die Makita XGT Insider-Matrix, die dir genau zeigt, was wirklich in deinem Akku steckt:
Das Duell der Giganten
Hier ist der direkte Vergleich der physikalischen Daten. Achte besonders auf das Gewicht im Verhältnis zur Leistung.
Die Analyse: Der Makita XGT Tabless Akku BL4040F liefert dieselbe Spitzenleistung (ca. 2,1 kW) wie der deutlich schwerere 5.0 Ah Klotz. Du sparst fast 400 Gramm Gewicht am Werkzeug. Wenn du den ganzen Tag über Kopf arbeitest oder eine schwere Heckenschere führst, ist das ein ergonomischer Segen. Du opferst lediglich etwas Laufzeit (144 Wh vs. 180 Wh), gewinnst aber massiv an Handling.
Video-Beweis: Die Tabless-Technologie erklärt
Um die Architektur der Zellen visuell zu verstehen, schau dir dieses kurze Video an. Es zeigt eindrucksvoll den Unterschied im Innenaufbau.
Produktdifferenzierung: Welchen Akku brauchst du?
Makita macht es uns mit der Nomenklatur nicht leicht. Neben dem F-Modell tauchen nun auch H-Modelle auf. Hier ist deine Orientierungshilfe für den Kauf.
Der neue Standard: BL4040F (4.0 Ah)
Das ist der „Sweetspot“ für 90% aller Anwender. Er ersetzt den alten BL4040 und macht den BL4050F für alles außer stationäre Geräte überflüssig. Perfekt für: Winkelschleifer, Kettensägen, Handkreissägen.
- 35% mehr Leistung dank Tabless-Tech
- Ultraleicht (0,94 kg) bei maximaler Power
- Kühlerer Betrieb = Längere Lebensdauer
Das Kraftwerk: BL4080F / BL4080H (8.0 Ah)
Hier herrscht etwas Verwirrung. Der BL4080F ist bereits ein Hochleistungsakku. Neuere Quellen sprechen vom BL4080H, der explizit mit Tabless-Technologie beworben wird. Diese Monster sind für Geräte gedacht, die stationär stehen (Tischkreissägen) oder extremen Hunger haben (Trennschleifer, große Abbruchhämmer). Das Gewicht (fast 2 kg!) spielt hier eine untergeordnete Rolle, die thermische Stabilität bei 2 kW+ Dauerlast ist entscheidend.
Der unterschätzte Vorteil: BL4020 & BL4025 Makita XGT Tabless Akku
Während alle auf die „F“-Monster starren, übersehen viele die wahren Ergonomie-Wunder. Die offiziellen Datenblätter zeigen: Wer Trockenbau macht oder viel über Kopf arbeitet, braucht keinen Tabless-Akku, sondern weniger Gewicht.
[Weniger ist mehr] Der vergessene Held: BL4020
- Gewichtsvorteil: 0,69 kg (Beim BL4020)
- Bauhöhe: nur 57 mm (Passt in jede Nische)
Mein Tipp: Für den kleinen Schlagschrauber (TD003G) ist der BL4020 dem großen BL4040 vorzuziehen. Er lädt in Rekordzeit (22 Min) und spart dir über 300g Gewicht am Arm.
Der Umstieg auf ein Makita XGT Tabless Akku
Du hast noch keine 40V XGT Max Akkus? Dann brauchst Du auch ein passendes Ladegerät – die LXT 18V Ladegeräte funktionieren hier nicht. Aber: Mit einem XGT-Ladegerät und dem passenden Adapter lädst Du Deine LXT Akkus auch mit diesem Ladegerät bis zu 27% schneller!
LXT Turbo-Hack: So lädst du deine Makita 18V Akkus bis zu 27% schneller!
Wartung: So pflegst du deinen Makita XGT Tabless Akku richtig
Ein Makita XGT Tabless Akku ist ein Hochleistungsrechner mit Chemie-Zellen. Er ist „zickiger“ als die alten, robusten 18V LXT Akkus. Ein häufiges Problem in Foren ist das gefürchtete „Rot/Grün Blinken“.
Dies bedeutet meist einen Kommunikationsfehler oder eine Sperrung.
Die Staubsauger-Falle: Das Gehäuse der XGT-Akkus hat tief liegende Multipin-Kontakte. Feiner Staub (Gips, Ziegel) setzt sich hier extrem fest und isoliert die Daten-Pins. Die Lösung: Reinige die Kontakte regelmäßig mit Druckluft (trocken!). Nutze niemals Wasser oder Spucke. Ein Wattestäbchen mit etwas Kontaktspray kann Wunder wirken.
Lebensgefahr bei DIY-Reparatur
Wenn ein XGT-Akku „gebrickt“ (gesperrt) ist, z.B. wegen Unterspannung, ist das oft endgültig. YouTube-Videos zeigen, wie man Sicherungen überbrückt. Tu das niemals bei einem Tabless-Akku! Diese Zellen können 80 Ampere liefern. Ein Kurzschluss ohne Sicherung führt unweigerlich zum thermischen Durchgehen (Feuer).
XGT Schnittstellen-Analyse
Draufsicht auf die Kontaktleiste (Schematisch)„80A freigeben oder sperren?“
Diese Grafik zeigt, warum der Makita XGT Tabless Akku so leistungsfähig, aber auch wartungsbedürftig ist. Über die massiven äußeren Schienen (Plus/Minus) fließen dank der Murata-Zellen bis zu 80 Ampere. Das ist der Bereich, in dem der Makita XGT Tabless Akku seine Stärke ausspielt und die Maschine nicht abschaltet.

Doch Vorsicht: Die mittlere Sektion ist das Gehirn. Hier findet der ‚Digitale Handshake‘ statt. Wenn der Makita XGT Tabless Akku hier kein sauberes Signal senden kann (z.B. durch Gipsstaub), regelt die Maschine ab oder verweigert den Dienst (‚Blinken‘). Ein einfacher Stoß trockene Druckluft in diese Schlitze kann oft einen defekt geglaubten Makita XGT Tabless Akku wiederbeleben.
Die Einführung der Tabless-Technologie ist der Beweis, dass das 40V-System (XGT) keine reine Marketing-Erfindung war. Mit 18V wäre diese Stromdichte bei diesem Gewicht physikalisch nicht machbar gewesen.
Meine Empfehlung:
- Bist du Zimmermann oder Dachdecker? Tausche deine schweren 5.0 Ah Akkus gegen den BL4040F. Dein Handgelenk wird es dir nach 8 Stunden danken.
- Bist du Metallbauer? Der BL4040F sorgt dafür, dass dein Winkelschleifer auch bei vollem Anpressdruck nicht stehen bleibt.
- Bist du Heimwerker? Wenn du nur ab und zu bohrst, bleib bei 18V oder den Standard-XGT Akkus. Aber wenn du dir eine neue XGT-Maschine kaufst, achte darauf, dass im Set der „F“-Akku liegt. Der Aufpreis ist minimal im Vergleich zum Leistungsgewinn.
Tabless ist die Zukunft. Und der BL4040F ist aktuell der beste Akku, den Makita je gebaut hat.
- 35% mehr Leistung dank Tabless-Tech
- Ultraleicht (0,94 kg) bei maximaler Power
- Kühlerer Betrieb = Längere Lebensdauer
Der offizielle Akku-Finder: Alle Daten auf einen Blick
Du willst es ganz genau wissen? Auf der offiziellen Herstellerseite findest du die komplette Aufstellung aller verfügbaren XGT-Akkus (von 2.0 Ah bis 8.0 Ah) inklusive technischer Details und Ladezeiten.
Häufige Fragen zum Makita XGT Tabless Akku
Was ist der Unterschied zwischen BL4040 und BL4040F?
Der BL4040F nutzt die neue Tabless-Zelltechnologie (erkennbar am „F“). Er hat einen deutlich geringeren Innenwiderstand, bleibt bis zu 32% kühler und liefert unter Last mehr konstante Leistung als der Standard BL4040, obwohl beide 4.0 Ah Kapazität haben.
Kann ich den BL4040F in allen XGT Geräten nutzen?
Ja, der Akku ist mechanisch voll kompatibel mit allen Makita XGT 40V Max Maschinen. Um die volle Mehrleistung abzurufen, benötigen manche ältere Maschinen jedoch eine Firmware, die den „High Output“ Akku erkennt und die Stromgrenze anhebt.
Lohnt sich der BL4050F (5.0 Ah) noch?
Für handgeführte Geräte kaum noch. Der BL4040F liefert dieselbe Spitzenleistung, ist aber ca. 350-400g leichter und kompakter. Der 5.0 Ah Akku lohnt sich nur noch, wenn es rein auf die maximale Laufzeit ankommt und das Gewicht egal ist.
Was bedeutet Tabless-Technologie?
In herkömmlichen Akkuzellen fließt der Strom durch eine einzelne Lasche (Tab). Bei Tabless-Zellen (wie der Murata VX40 im Makita Akku) wird der gesamte Rand der Elektrodenfolie zur Stromableitung genutzt. Das senkt den Widerstand und die Hitzeentwicklung drastisch.
Kann ich alte 18V Akkus mit dem Adapter ADP10 an 40V Geräten nutzen?
Nein, das ist ein Mythos. Der Adapter ADP10 dient ausschließlich dazu, 18V LXT Akkus auf dem XGT-Schnellladegerät (DC40RA) zu laden. Ein Betrieb von 40V Maschinen mit 18V Akkus ist physikalisch unmöglich.
Warum blinkt mein XGT Akku Rot/Grün?
Das signalisiert oft einen Kommunikationsfehler oder eine Sicherheitsabschaltung. Häufigste Ursache ist Staub auf den tief liegenden Kontakten. Reinige diese vorsichtig mit Druckluft. Blinkt er weiter, hat das BMS den Akku eventuell aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Ist der Tabless-Akku schneller geladen?
Indirekt ja. Da der Akku im Betrieb deutlich kühler bleibt (bis zu 32% weniger Hitze), muss das Ladegerät ihn vor dem Start des Ladevorgangs nicht erst lange herunterkühlen. Der effektive Ladezyklus beginnt also früher.
Gibt es auch einen 2.5 Ah Tabless Akku?
Aktuell noch nicht offiziell, aber Leaks deuten auf einen kommenden BL4025F hin. Dieser würde die Leistung eines alten 4.0 Ah Akkus im extrem kompakten Gehäuse eines 2.5 Ah Akkus bieten – ideal für Schlagschrauber.
Warum sind Tabless-Akkus sicherer?
Durch die homogenere Wärmeverteilung entstehen keine „Hotspots“ im Inneren der Zelle. Hitze ist der Hauptgrund für Zelldegradation und Defekte. Weniger Hitze bedeutet also eine stabilere Chemie und längere Lebensdauer.
Ersetzt XGT das 18V LXT System?
Nein. XGT mit Tabless-Technologie erweitert das Leistungsspektrum nach oben in Bereiche (2 kW+), die mit 18V physikalisch kaum sinnvoll machbar wären. LXT bleibt das System für die breite Masse und leichtere Anwendungen.
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