Welche Körnung für Holz passt, hängt für mich zuerst vom Ausgangszustand und vom Ziel ab. Beim Bau meines Carports habe ich nicht stur mit einer einzigen Körnung gearbeitet: Je nach Holz und nötigem Abtrag kamen P40, P60 oder P80 zum Einsatz; teilweise bin ich anschließend bis P120 weitergegangen.
Transparenz: Diese Einordnung basiert auf meiner eigenen Carport-Praxis mit Exzenterschleifern und den genannten Körnungen. Herstellerangaben von Festool und Osmo nutze ich ergänzend, um die Grenzen meiner Erfahrung sauber einzuordnen – nicht als angebliche Eigenpraxis.
TL;DR: Welche Körnung für Holz? in 30 Sekunden
Welche Körnung für Holz? Die schnelle Orientierung
Wenn du nur eine Zahl suchst, ist die ehrliche Antwort: Die gibt es nicht. P80 kann bei rauem oder gehobeltem Holz ein sinnvoller Vorschliff sein, P120 kann bereits deutlich feiner arbeiten – aber stark beschädigte, beschichtete oder sehr raue Flächen können einen gröberen Start verlangen.
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| Ausgangslage / Ziel | Sinnvolle Orientierung | Wichtig dabei |
|---|---|---|
| starker Abtrag nötig | P40–P60 | nur einsetzen, wenn wirklich viel Material oder starke Spuren weg müssen |
| raues bzw. deutlich bearbeitetes Holz | P80 | bei meinem Carport eine häufige Vorschliff-Stufe |
| Schleifspuren verfeinern | P120 | bei mir teilweise die feinere Folgestufe |
| gehobeltes Holz mit Hobelschlägen | P80 → P120 | konkretes Festool-Anwendungsbeispiel, keine Universalfolge |
| vor bestimmter Öl-/Lackoberfläche | Herstellerangabe beachten | Endkörnung hängt von Holz und Beschichtungssystem ab |
Festool zeigt das an einem konkreten Beispiel sehr anschaulich: Zum Egalisieren von Hobelschlägen startet der Hersteller mit P80 und wechselt danach auf P120. Für den späteren Feinschliff nennt Festool je nach Holzart und Oberflächenbeschichtung P150, P180 oder noch feiner. Entscheidend ist also auch dort nicht eine starre Universalzahl. Zum Festool-Anwendungsbeispiel.
P40 bis P180: Was die Zahl bei Schleifpapier bedeutet
Je kleiner die Körnungszahl, desto gröber arbeitet das Schleifmittel und desto stärker sind normalerweise Abtrag und Schleifspuren. Mit steigender Zahl wird der Schliff feiner. Das heißt aber nicht, dass eine möglichst hohe Zahl automatisch besser ist.
Zu grob zu starten kann unnötig tiefe Schleifspuren erzeugen. Zu fein zu starten kann dagegen bedeuten, dass du Unebenheiten oder Bearbeitungsspuren nur sehr langsam herausbekommst. Genau deshalb entscheide ich heute vom Holz und vom nächsten Arbeitsschritt aus.
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| Körnung | Charakter | Meine Einordnung |
|---|---|---|
| P40 | sehr grob, hoher Abtrag | nur für Stellen, an denen wirklich viel weg muss |
| P60 | grob | Zwischenstufe bei stärkerem Abtrag |
| P80 | kräftiger Vorschliff | bei meinem Carport häufig sinnvoll |
| P120 | deutlich feiner | bei mir teilweise als feinere Folgestufe |
| P150/P180+ | Feinschliff je nach Oberfläche | nicht automatisch nötig; Holz und Beschichtung entscheiden |
Meine 5 Regeln für die richtige Körnung
1. Der Ausgangszustand entscheidet über die Startkörnung
Bei glattem, bereits ordentlich vorbereitetem Holz würde ich nicht automatisch P40 auflegen. P40 und P60 sind für mich Körnungen für echten Abtrag. Wenn die Oberfläche nur noch gleichmäßig vorbereitet werden soll, kann ein gröberer Start mehr Nacharbeit erzeugen als Nutzen.
Am Carport waren die Flächen und Bearbeitungsspuren nicht überall identisch. Deshalb habe ich die Startkörnung nicht als starres Rezept behandelt.
2. So grob wie nötig – nicht so grob wie möglich
Das ist die Regel, die ich aus der großen Holzmenge am stärksten mitgenommen habe. Eine grobe Scheibe arbeitet schnell, hinterlässt aber auch ein gröberes Schleifbild. Wenn P80 den nötigen Abtrag schafft, sehe ich keinen Vorteil darin, vorsorglich mit P40 zu beginnen.
Umgekehrt bringt es wenig, mit P120 lange auf einer Stelle zu arbeiten, wenn zunächst deutliche Unebenheiten oder grobe Bearbeitungsspuren weg müssen. Dann ist eine gröbere Stufe sinnvoller.
3. Die Körnungsschritte müssen die vorherigen Schleifspuren entfernen
Der Sinn einer feineren Körnung besteht nicht darin, einfach eine höhere Zahl benutzt zu haben. Die nächste Stufe soll die Schleifspuren der vorherigen Stufe ausreichend verfeinern.
Dabei muss nicht jede existierende Körnung nacheinander benutzt werden. Festool arbeitet im genannten Hobel-Beispiel direkt von P80 auf P120. Für mich ist das die bessere Logik als eine Pflichtfolge P80 → P100 → P120 unabhängig vom Ergebnis.
4. P80 und P120 haben bei mir unterschiedliche Rollen
P80 war bei meinem Carport häufig eine wichtige Vorschliff-Stufe. Damit konnte ich deutlich Material bearbeiten, ohne automatisch so grob wie mit P40 zu starten.
P120 habe ich teilweise danach eingesetzt, wenn die Oberfläche feiner werden sollte. Ich würde daraus aber nicht ableiten, dass jedes Holz zwingend bei P120 enden muss. Der folgende Oberflächenaufbau ist dafür zu wichtig.
5. Die Endkörnung richtet sich nach Öl, Lasur oder Lack
Spätestens beim letzten Schliff vor der Oberflächenbehandlung würde ich nicht mehr nach einer pauschalen Internet-Tabelle arbeiten. Holzart und Beschichtungssystem können unterschiedliche Anforderungen haben.
Festool weist ausdrücklich darauf hin, die Empfehlung des Lack- oder Ölherstellers zu beachten. Ein konkretes Beispiel liefert auch Osmo beim 2K Holz-Öl: Dort wird als empfohlener Endschliff P120–P150 genannt. Das ist eine Produktempfehlung für dieses System und keine allgemeine Vorschrift für jedes Öl. Osmo Produktinformation 2K Holz-Öl.
Meine Carport-Praxis: P40, P60, P80 und teilweise P120
Bei meinem selbst gebauten Carport musste eine große Menge Holz vorbereitet werden. Ich begann je nach Stelle mit P40, P60 oder P80 und ging später teilweise auf P120. Das war keine im Voraus festgelegte Vier-Stufen-Folge für jedes Bauteil.
Wichtiger war für mich die Frage: Wie sieht die Fläche gerade aus und was soll als Nächstes passieren? Genau deshalb halte ich Angaben wie „Holz immer bis P180 schleifen“ für zu pauschal.
Diese P60- und P80-Scheiben habe ich für den Carport gekauft
Für den Carport habe ich zwei 125-mm-Sorten gezielt nachgekauft und auch eingesetzt: Selead P60 mit 8-Loch-Aufnahme und TWSTYFAL P80 mit 8-Loch-Aufnahme. Damit kann ich die beiden Körnungen hier nicht nur theoretisch einordnen, sondern an meiner eigenen Schleifarbeit festmachen.
Die große Holzmenge war gleichzeitig der Punkt, an dem ich den Makita DBO180 als Hauptmaschine nicht mehr schnell genug fand. Meine Erfahrung mit dem Gerät beschreibe ich separat in Makita DBO180 Erfahrungen.
Darf man Körnungen beim Holzschleifen überspringen?
Ja – aber nicht blind. Du musst nicht zwangsläufig jede erhältliche Zwischenkörnung verwenden. Entscheidend ist, ob die nächste Körnung das Schleifbild der vorherigen Stufe sauber verfeinern kann.
P80 → P120 ist beispielsweise eine Folge, die Festool in einem konkreten Holz-Anwendungsbeispiel selbst verwendet. Ein Sprung von sehr grob direkt auf sehr fein kann dagegen unnötig lange dauern, weil die feine Körnung die tiefen Spuren des Grobschliffs erst mühsam beseitigen muss.
P80 oder P120 für Holz: Was würde ich wählen?
P80 würde ich wählen, wenn noch spürbarer Vorschliff und Materialabtrag nötig sind. Genau dafür habe ich beim Carport unter anderem die 125-mm-P80-Scheiben von TWSTYFAL eingesetzt. P120 ist für mich die feinere Wahl, wenn die Fläche bereits ordentlich vorbereitet ist oder die Spuren von P80 weiter verfeinert werden sollen.
Die beiden Körnungen konkurrieren deshalb nicht direkt miteinander. Häufig lösen sie zwei verschiedene Arbeitsschritte. Bei meinem Carport war genau das der Fall. Welche konkrete P120-Packung ich dort eingesetzt habe, ordne ich dagegen nicht nachträglich einer Marke zu.
Welche Körnung vor dem Ölen oder Lackieren?
Hier wird eine pauschale Körnung besonders problematisch. Zu grob geschliffenes Holz kann sichtbare Schleifspuren behalten; unnötig feines Schleifen kann je nach Beschichtung ebenfalls nicht dem vorgesehenen System entsprechen.
Meine Vorgehensweise: Vor dem letzten Schleifgang prüfe ich die Verarbeitungshinweise des konkreten Oberflächenprodukts. Festool nennt abhängig von Holz und Beschichtung P150, P180 oder höher; Osmo nennt beim 2K Holz-Öl einen Endschliff P120–P150. Beide Beispiele zeigen vor allem eines: Die Endkörnung gehört zur Oberflächenbehandlung.
Welche Körnung mit dem Exzenterschleifer?
Die Körnungslogik ändert sich nicht grundsätzlich, nur weil ein Exzenterschleifer verwendet wird. Die Maschine beeinflusst aber, wie schnell Material abgetragen wird und welches Schleifbild entsteht. Zusätzlich müssen Schleifscheibe, Tellerdurchmesser, Klettaufnahme und Staubführung passen.
Wenn du dafür neue Scheiben kaufst, ist deshalb mein Beitrag Schleifscheiben für Exzenterschleifer der passende nächste Schritt. Dort geht es gezielt um Durchmesser, Klett, Lochbild, Papier oder Netz und erst danach um die Körnung.
So entscheide ich die Körnung heute
- 1. Oberfläche ansehen: Muss wirklich viel Material weg oder nur geglättet werden?
- 2. Nur so grob starten wie nötig: P40/P60 nicht vorsorglich verwenden.
- 3. Nach jedem Gang prüfen: Sind die gröberen Spuren ausreichend entfernt?
- 4. Feinere Stufe nach Ergebnis wählen: bei meiner Carport-Praxis häufig P80 und teilweise P120.
- 5. Vor dem Endschliff das Oberflächenprodukt prüfen: Öl, Lasur oder Lack können die sinnvolle Endkörnung vorgeben.
Damit ist die Frage für mich deutlich einfacher geworden: Nicht „Welche Körnung ist für Holz richtig?“, sondern „Welche Körnung braucht genau diese Fläche für den nächsten sinnvollen Schritt?“
Mein Fazit: keine Universalzahl, sondern eine saubere Schleiffolge
Welche Körnung für Holz passt, entscheidet sich aus Ausgangszustand, nötigem Abtrag und gewünschter Oberfläche. Bei meinem Carport reichte die Praxis von P40 über P60 und P80 bis teilweise P120. Gerade diese Bandbreite hat mir gezeigt, warum eine einzelne Standardzahl wenig hilft.
Für viele normale Holzarbeiten ist P80 ein sinnvoller Vorschliff-Kandidat und P120 eine häufige feinere Folgestufe – aber nicht als starre Regel. Vor Öl, Lasur oder Lack hat für mich die Vorgabe des konkreten Oberflächenherstellers Vorrang.
Wenn du von hier weitergehen willst, führen die folgenden Beiträge zur konkreten Schleifscheiben-Auswahl, zur großen Carport-Praxis und zu meinen Erfahrungen mit dem Makita DBO180.
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