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Welches Stichsägeblatt wofür? TPI, HCS, HSS & Symbole erklärt

Welches Stichsägeblatt wofür geeignet ist, finde ich selbst nicht immer auf Anhieb heraus. Wenn du vor einer Box voller Stichsägeblätter stehst, helfen dir Nummern wie B-13 oder B-22 erst einmal wenig. Genau so geht es mir mit meinem Makita B-44410: Ich nutze die Stichsäge eher gelegentlich und muss immer wieder überlegen, welches Blatt zu Material und Schnitt passt.

Auf dem kleinen Herstellerzettel stehen TPI-Werte, Abkürzungen wie HCS oder HSS und mehrere Materialsymbole. Deshalb habe ich mir die Auswahl einmal so aufgeschlüsselt, dass ich nicht die Blattnummer auswendig lernen muss, sondern vom Werkstück zum passenden Blatt komme.

Die wichtigste Regel: Wähle ein Stichsägeblatt nicht nach Farbe oder Typnummer. Beginne mit Material und Materialstärke, entscheide dann zwischen schnellem und sauberem Schnitt und prüfe erst danach TPI, Blattwerkstoff und Aufnahme.

TL;DR: Das richtige Stichsägeblatt in 30 Sekunden

Welches Stichsägeblatt wofür? Die Kurzentscheidung

Wenn du schnell wissen willst, welches Stichsägeblatt wofür passt, kannst du dich zunächst an dieser Tabelle orientieren.

Auf dem Smartphone seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen.

AufgabeWorauf ich zuerst achten würde
Holz schnell trennenHolzfreigabe, gröbere Zahnung, eher weniger TPI
Holz sauber schneidenBlatt für Fein-/Clean-Schnitt, feinere Zahnung
Sperrholz / sichtbare Kanteexplizit für saubere Schnitte geeignetes Blatt
Dünnes MetallMetallfreigabe und ausreichend feine Zahnung
Aluminiumausdrückliche Alu-Freigabe des Blattes
KunststoffKunststoffart und Materialdicke beachten
Laminatsauberes Blatt; Zahnrichtung und Schnittseite beachten
Abrasive Baustoffe / GFKspezielles HM-/Carbide-Blatt

Diese Tabelle ist nur der Start. Ein Blatt, das „Holz“ schneiden kann, ist noch lange nicht automatisch das richtige Blatt für jeden Holzschnitt.

Was bedeutet TPI beim Stichsägeblatt?

TPI steht für „teeth per inch“, also Zähne pro Zoll. Für die Praxis merke ich mir vor allem die Richtung: Weniger TPI bedeutet größere Zahnabstände und eher schnellen Schnitt; mehr TPI steht typischerweise für feinere Bearbeitung.

FEIN ordnet beispielsweise 6 und 8 TPI schnellen Schnitten zu, während 14 bis 18 TPI eher feineren Schnitten dienen. Zur Hersteller-Erklärung von FEIN.

Mein eigenes Set macht das anschaulich: Das Makita B-16 für grobe, schnelle Holzschnitte hat 6 TPI, das B-13 liegt bei 8 TPI. Das feine Metallblatt B-22 dagegen bei 24 TPI. TPI allein reicht trotzdem nicht – Blattwerkstoff, Zahnform und Materialstärke gehören immer dazu.

HCS, HSS, BiM und HM: Was bedeuten die Abkürzungen?

HCS / CV: typisch bei Holz und Kunststoff

HCS beziehungsweise CV begegnet dir häufig bei Blättern für Holz und Kunststoff. Mein Makita B-13 besteht laut Hersteller aus HCS/CV und ist unter anderem für Weichholz und Kunststoff freigegeben. Makita B-13 ansehen.

HSS: häufig bei Metallblättern

HSS findest du häufig bei Metallblättern. Mein B-22 und B-23 bestehen laut Makita aus Hochleistungs-Schnellstahl. Das B-22 ist für dünnere Bleche vorgesehen; das B-23 deckt einen anderen Dickenbereich ab. Makita B-22 ansehen.

BiM: harte Zahnleiste plus flexiblerer Körper

Bi-Metall kombiniert unterschiedliche Werkstoffe. Bosch verwendet bei aktuellen Metallblättern beispielsweise eine HSS-Zahnleiste auf einem flexibleren HCS-Körper. Damit werden harte Zähne mit einem weniger bruchempfindlichen Blattkörper kombiniert. Bosch-Beispiel für BiM.

HM / Carbide: Spezialist für abrasive Materialien

Hartmetall ist kein automatisch „besseres“ Universalblatt, sondern eine Speziallösung. Bosch setzt Carbide beispielsweise bei Stichsägeblättern für abrasive Baustoffe ein. Bosch Carbide-Beispiel.

Was bedeuten die Symbole auf Stichsägeblättern?

Auf meinem Makita-Zettel stehen mehrere Informationen nebeneinander: Materialsymbole für Holz, Metall, Aluminium oder Kunststoff, Angaben zum Blattwerkstoff sowie TPI. Für mich ist diese Übersicht hilfreich – aber nur, wenn ich die Zeichen nicht als komplette Gebrauchsanweisung missverstehe.

Makita Stichsägeblätter mit Übersicht zu TPI, HCS, HSS und Materialien
Die Blätter aus meiner Werkstatt zusammen mit der Makita-Übersicht. Gerade TPI, Blattwerkstoff und Materialsymbole sind für mich die Angaben, die ich beim Auswählen erst einmal einordnen muss.

Beim B-22 steht zusätzlich ein Hinweis im Zusammenhang mit Kühlmittel. Statt das kleine Piktogramm frei zu interpretieren, halte ich mich an die Herstellerangabe: Makita weist darauf hin, bei Verwendung von Kühlmittel mit niedriger Hubzahl zu arbeiten.

Mein Makita B-44410 entschlüsselt

Geöffnete Makita B-44410 Stichsägeblattbox mit elf ausgelegten Blättern
Mein Makita B-44410 enthält offiziell zehn Blätter. In meiner Box liegt zusätzlich ein B-50 – deshalb siehst du hier elf.

Das Makita B-44410 enthält offiziell zehn Blätter: jeweils zweimal B-13, B-16, B-10S, B-22 und B-23.

Makita B-44410 Übersicht mit Symbolen für Holz, Metall, Kunststoff und Sägeblattangaben
Der kleine Übersichts-Zettel aus meiner B-44410-Box. Er zeigt, für welche Materialien die einzelnen Blätter gedacht sind und welche Angaben wie TPI, HCS oder HSS dazugehören.

Auf dem Smartphone seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen.

BlattMaterial / AnwendungSchnittcharakterHersteller-Hinweis
B-13Holz, Furnier, Kunststoffschnell8 TPI, HCS/CV
B-16Holz, Kunststoffgrob und schnell6 TPI, HCS
B-10Sbesonders Sperrholzpräzise und sauberim Set als Clean-/Präzisionsblatt
B-22Metall, Edelstahl, Aluminium, Kunststofffein und sauber24 TPI, HSS
B-23Holz, Furnier, Metall, Aluminium, Kunststoffpräzise und vielseitig14 TPI, HSS

Auf meinem Foto liegen allerdings elf Blätter. Das elfte Blatt ist ein B-50. Das passt zu meiner Makita DJV184: Makita nennt das B-50 im Lieferumfang der Stichsäge. Sehr wahrscheinlich ist es deshalb später in meiner B-44410-Box gelandet. Das B-50 ist laut Makita ein HCS-Blatt für Holz und Kunststoff mit 8–11 TPI. DJV184 bei Makita · B-50 bei Makita.

Welches Stichsägeblatt für Holz?

Bei Holz würde ich zuerst entscheiden: Willst du schnell oder sauber schneiden? Mein B-16 steht für grobe, schnelle Schnitte. Das B-10S ist im Set dagegen für präzisere, saubere Schnitte und besonders Sperrholz vorgesehen.

Das zeigt ziemlich gut, warum „ein Holzblatt“ keine ausreichende Auswahl ist. Für OSB, einen groben Zuschnitt und ein sichtbares Möbelteil können unterschiedliche Blätter sinnvoll sein.

Welches Stichsägeblatt für Metall?

Bei Metall spielt die Materialstärke eine große Rolle. Das B-22 mit 24 TPI ist laut Makita für dünnere Bleche vorgesehen. Das B-23 arbeitet mit 14 TPI und deckt einen anderen Dickenbereich ab. Mehr TPI ist also nicht automatisch besser – die Zahnung muss zum Material und zur Dicke passen.

Welches Stichsägeblatt für Kunststoff?

„Kunststoff“ ist ebenfalls keine einzelne Materialart. Makita gibt zum Beispiel B-13 und B-16 für Holz und Kunststoff frei, während B-22 einen anderen Einsatzbereich abdeckt. Deshalb würde ich mich bei Kunststoff immer an die konkrete Material- und Dickenfreigabe des Blattes halten.

Welches Stichsägeblatt für Laminat?

Bei Laminat zählen neben feiner Zahnung auch Zahnrichtung und Schnittseite. Für sichtbare Kanten lohnt sich ein Blatt, das ausdrücklich für saubere Schnitte beziehungsweise Laminat gedacht ist. Wie du die Schnittseite gegen Ausrisse schützt, erkläre ich ausführlicher in Laminat sägen ohne Ausfransen.

Muss das Stichsägeblatt einen T-Schaft haben?

Bei meiner Makita DJV184 und meinen genannten Blättern ist der T-Schaft das relevante Aufnahmesystem. Trotzdem würde ich bei einer älteren oder ungewöhnlichen Stichsäge vor dem Kauf immer die Aufnahme prüfen. Eine passende Materialfreigabe hilft dir nichts, wenn das Blatt mechanisch nicht in deine Stichsäge passt.

Meine Merkhilfe für die Werkstatt

Um mir zu merken, welches Stichsägeblatt wofür geeignet ist, möchte ich nicht B-13, B-22 oder andere Herstellerkürzel auswendig lernen. Für mich reicht diese Reihenfolge:

Material → Materialstärke → sauber oder schnell → TPI → Blattwerkstoff → Aufnahme

Erst danach schaue ich auf die konkrete Blattnummer. Genau daraus lässt sich später auch ein kompakter Werkstatt-Spickzettel machen.

Fazit: Erst Material, dann TPI und Blattwerkstoff

Welches Stichsägeblatt wofür passt, entscheidet sich für mich zuerst am Werkstück und am gewünschten Schnitt. Die Typnummer ist dabei nicht der beste Einstieg. Erst danach werden TPI, HCS, HSS, BiM oder HM wirklich hilfreich.

Mein eigenes B-44410 ist dafür ein gutes Beispiel: In einer kleinen Box liegen Holz- und Metallblätter mit deutlich unterschiedlicher Zahnung. Und das zusätzliche B-50 erinnert mich daran, dass nicht jedes Blatt in der Box ursprünglich zum Set gehören muss.

Häufige Fragen zu Stichsägeblättern

Was bedeutet TPI bei Stichsägeblättern?

TPI steht für „teeth per inch“, also Zähne pro Zoll. Weniger TPI bedeutet größere Zahnabstände und typischerweise schnelleren, gröberen Schnitt; mehr TPI steht eher für feinere Bearbeitung. Entscheidend bleiben aber Material, Materialdicke, Zahnform und Blattwerkstoff.

Ist mehr TPI bei einem Stichsägeblatt immer besser?

Nein. Eine sehr feine Zahnung kann bei dünnem Metall sinnvoll sein, während ein grober Holzschnitt mit weniger TPI schneller vorankommt. Die Zahndichte muss zur Aufgabe und Materialstärke passen.

Was ist der Unterschied zwischen HCS und HSS?

HCS beziehungsweise CV wird häufig bei Blättern für Holz und Kunststoff eingesetzt. HSS begegnet dir oft bei Metallblättern. Keiner der Werkstoffe ist pauschal „besser“ – entscheidend ist, wofür das konkrete Blatt vom Hersteller freigegeben ist.

Welches Stichsägeblatt eignet sich für saubere Holzschnitte?

Achte auf ein Blatt, das ausdrücklich für saubere oder präzise Holzschnitte gedacht ist. In meinem Makita B-44410 ist das B-10S die entsprechende Wahl für präzisere, saubere Schnitte und besonders Sperrholz.

Welches Stichsägeblatt brauche ich für Metall?

Prüfe zuerst Metallart und Materialstärke. Feine Metallblätter besitzen oft mehr TPI als grobe Holzblätter. In meinem Set hat das B-22 24 TPI für dünnere Bleche, während das B-23 mit 14 TPI einen anderen Dickenbereich abdeckt.

Brauche ich ein T-Schaft-Stichsägeblatt?

Nur wenn deine Stichsäge eine T-Schaft-Aufnahme verwendet. Bei meiner Makita DJV184 und den hier gezeigten Makita-Blättern ist T-Schaft das passende System. Bei älteren oder ungewöhnlichen Maschinen solltest du die Aufnahme vor dem Kauf prüfen.

Welches Stichsägeblatt ist für Laminat sinnvoll?

Für Laminat würde ich ein Blatt wählen, das ausdrücklich für saubere Schnitte beziehungsweise Laminat geeignet ist. Zusätzlich spielen Zahnrichtung und die sichtbare Schnittseite eine Rolle, weil Ausrisse an der Dekorschicht schnell auffallen.

Ist das Makita B-50 im B-44410 enthalten?

Nein. Das B-44410 enthält offiziell zehn Blätter: je zwei B-13, B-16, B-10S, B-22 und B-23. In meiner Box liegt zusätzlich ein B-50. Makita nennt genau dieses Blatt im Lieferumfang der DJV184, deshalb stammt mein elftes Blatt sehr wahrscheinlich von meiner Stichsäge.

Mehr zu Stichsägen, Sägen & sauberen Schnitten

Wenn du nicht nur das Blatt, sondern auch Maschine, Pendelhub und saubere Schnittführung besser einordnen willst, findest du im Ratgeber zur Stichsäge für Anfänger den passenden Einstieg.

Ich stehe auf meinem selbst gebauten Carport und drücke die EPDM-Folie des Daches mit einer Rasenwalze an.
Die EPDM-Folie des selbst gebauten Carport-Daches wird mit einer Rasenwalze angedrückt.
Andreas Jäger
Heimwerker & Werkzeug-Enthusiast

Seit Jahren sind Haus, Werkstatt und Garten meine Dauerbaustelle – von Pflasterarbeiten und Gartenprojekten bis zum selbst gebauten Carport.

Eines habe ich dabei gelernt: Wer billiges Werkzeug kauft, flucht doppelt.

Ich bin kein Tischlermeister, sondern ambitionierter Selbermacher. Werkzeuge beurteile ich deshalb aus genau der Perspektive, die für perfektes-werkzeug.de entscheidend ist: Wie gut funktionieren sie bei echten Projekten – und lohnt sich der Aufpreis wirklich?

Dabei verlasse ich mich nicht nur auf Datenblätter. Ich vergleiche Modelle, dokumentiere meine Praxiserfahrungen und prüfe technische Unterschiede, bevor ich eine Empfehlung ausspreche.

Mein Ziel: Dir die Recherche abzunehmen und Werkzeuge herauszufiltern, die für anspruchsvolle Heimwerker wirklich sinnvoll sind.