Carport schleifen und streichen war bei meinem Eigenbau deutlich mehr Arbeit, als ich vorher erwartet hatte. Nicht das Streichen selbst wurde für mich zum Problem, sondern vor allem die große Menge Holz, die vorher geschliffen werden musste. Je nach Oberflächenqualität bin ich mit P40, P60 oder P80 gestartet und später teilweise bis P120 gegangen.
Beim Werkzeug habe ich dabei eine klare Grenze kennengelernt: Mein Makita DBO180 ist handlich und für kleinere Arbeiten weiterhin praktisch, aber für die vielen großen Carport-Hölzer war mir der Materialabtrag deutlich zu gering. Zeitweise lieh mir mein Nachbar seinen stärkeren kabelgebundenen Bosch Professional GEX 125-150 AVE. Damit haben wir unter anderem an den Sparren gearbeitet. Später kaufte ich mir selbst einen Bosch Professional GEX 125, weil ich für die weiteren Schleifarbeiten eine eigene kabelgebundene Maschine brauchte. Meine Erfahrungen mit diesem Gerät findest du unter Bosch GEX 125 Erfahrungen.
Beim eigentlichen Anstrich war meine Erfahrung fast das Gegenteil: Mit Osmo Holzschutz Öl-Lasur und dem Öl-Farben Auftrags-Set ging es für mich überraschend schnell und kontrolliert. Das Auftrags-Vlies hatte ich schon bei meiner Poolumrandung benutzt – und auch am Carport war ich wieder begeistert, weil ich die Lasur zügig und ohne störende Nasen verteilen konnte.
TL;DR: Meine 5 wichtigsten Erfahrungen
Wie viel Holz ich für den Carport bearbeiten musste
Schon beim angelieferten Holz war klar, dass das keine kleine Schleifarbeit wird. Neben den großen Pfosten und Pfetten kamen neun Sparren, Dachschalung und später die Rhombusleisten der Seitenverkleidung dazu. Bei solchen Mengen fällt jede Minute pro Bauteil irgendwann deutlich ins Gewicht.
Meine Schleifkörnungen: von P40 bis teilweise P120
Ich habe nicht jedes Holzstück mit derselben Körnung begonnen. War die Oberfläche rauer oder musste etwas mehr egalisiert werden, startete ich mit P40 oder P60. Bei besseren Oberflächen genügte mir teilweise P80. Später bin ich bei einigen Teilen noch bis P120 gegangen.
Wie ich daraus heute die passende Start- und Endkörnung ableite, wann ich P40 oder P60 wirklich für nötig halte und warum P80 und P120 unterschiedliche Rollen haben, erkläre ich ausführlich in Welche Körnung für Holz?.
Das ist bewusst keine allgemeingültige Schleifvorschrift, sondern mein Vorgehen bei diesem Holz. Entscheidend war für mich immer der tatsächliche Ausgangszustand des jeweiligen Bauteils.
Warum mir der Makita DBO180 am Carport zu langsam war
Den Makita DBO180 nutze ich grundsätzlich gern, weil er kabellos, kompakt und schnell zur Hand ist. Beim Carport wurde mir aber deutlich, dass Einsatzgebiet und Projektgröße eine große Rolle spielen. Für die vielen großen Holzflächen war mir der Abtrag mit dem DBO180 schlicht zu gering.
Das heißt für mich nicht, dass der DBO180 ein schlechter Exzenterschleifer ist. Makita führt ihn als 18-V-Gerät mit 125-mm-Schleifteller und 2,8-mm-Schwingkreis. Für kleinere Flächen und Arbeiten, bei denen Mobilität wichtiger ist als maximaler Materialabtrag, finde ich ihn weiterhin praktisch. Bei meinem Carport wollte ich aber schneller vorankommen. Makita nennt die technischen Daten im eigenen Maschinenkatalog.
Wie sich der Akku-Schleifer bei mir darüber hinaus geschlagen hat, wo ich ihn weiterhin gern einsetze und warum der Carport für mich seine klare Einsatzgrenze gezeigt hat, beschreibe ich ausführlich in meinen Makita DBO180 Erfahrungen.
Wenn du vor einem ähnlichen Projekt zuerst die passende Maschinenklasse festlegen willst, zeige ich in meiner Kaufberatung Exzenterschleifer kaufen: 125 oder 150 mm, Akku oder Kabel?, welche sieben Kriterien ich nach dieser Erfahrung heute priorisieren würde.
Der stärkere Bosch Professional war für mich der Wendepunkt
Zwischendurch lieh mir mein Nachbar einen größeren kabelgebundenen Bosch Professional. Die genaue Modellnummer dieses Leihgeräts habe ich nicht mehr, deshalb möchte ich sie nicht nachträglich raten. Der Unterschied beim Arbeitsfortschritt war für mich aber sofort spürbar.
Später musste ich erneut größere Flächen schleifen und brauchte sofort eine stärkere Maschine. Deshalb habe ich nicht erst online verglichen und bestellt, sondern bin zu Hornbach gefahren. Dort war der abgebildete Bosch Professional GEX 125 für meine Anforderungen die stärkste passende Lösung, die ich direkt mitnehmen konnte.
Das ältere Bosch-Modell wird heute nicht mehr regulär als aktuelles Hauptmodell geführt. Bosch listet aber weiterhin passende 125- und 150-mm-Schleifteller für den GEX 125-150 AVE. Für meine Erfahrung ist ohnehin entscheidend: Bei den großen Carport-Hölzern war mir die kabelgebundene Bosch-Lösung deutlich lieber, weil ich schneller Material abtragen konnte.
Osmo 703 Mahagoni und 710 Pinie: mein Farbkonzept
Für den Holzschutz habe ich zwei Farbtöne der Osmo Holzschutz Öl-Lasur kombiniert. Die tragende Konstruktion – also Pfosten, Pfetten und Sparren – bekam 703 Mahagoni. Dachschalung und die Rhombusleisten an der Seitenverkleidung habe ich mit 710 Pinie behandelt.
Beide Bereiche habe ich jeweils zweimal gestrichen. Das passt auch zur aktuellen Osmo-Produktinformation: Für unbehandeltes Holz nennt der Hersteller zwei Anstriche. Osmo beschreibt die Holzschutz Öl-Lasur als offenporigen Außenanstrich und führt Carports ausdrücklich als Einsatzbereich. Hier sind die aktuellen Herstellerangaben zur Holzschutz Öl-Lasur.
Wie sich die Osmo Holzschutz Öl-Lasur bei mir nach längerer Bewitterung entwickelt, konnte ich inzwischen auch an meiner Poolumrandung beobachten: Nach zwei Anstrichen und einem Winter zeigen die waagerechten Bretter bereits deutliche Aufhellungen, während die senkrechte Verkleidung noch wesentlich besser aussieht. Die Fotos und meine Erkenntnisse zu UV-Schutz, Lasurauswahl und Auftragstechnik findest du im Beitrag Mülltonnenbox aus Holz schützen: Meine Erfahrungen nach zwei Jahren.
Mein Lieblingswerkzeug beim Streichen: Padhalter mit Auftrags-Vlies
Beim eigentlichen Farbauftrag bin ich deutlich begeisterter als beim Schleifen. Ich habe das Osmo Öl-Farben Auftrags-Set 14000273 verwendet. Darin steckt unter anderem der Hand Padhalter 85 × 135 mm; dazu nutze ich die passenden Osmo Auftrags-Vliese.
Diese Kombination hatte ich bereits bei meiner Poolumrandung im Einsatz. Deshalb wusste ich vor dem Carport schon, dass mir die Arbeitsweise liegt. Auch diesmal war mein Eindruck sehr positiv: Farbe aufnehmen, verteilen und zügig über die Fläche arbeiten. Für mich war das wesentlich angenehmer als ein langsamer Pinselauftrag – und ich hatte kaum Probleme mit Nasen.
Osmo selbst beschreibt das Set als Mikrofaser-Auftrags-Vlies für Öl- und wasserbasierte Anstrichsysteme im Innen- und Außenbereich. Zum Set gehören laut Hersteller der Hand Padhalter, zwei Auftrags-Vliese, eine Farbwanne und Wanneneinleger. Das Öl-Farben Auftrags-Set findest du hier direkt bei Osmo.
Serienanstrich: Bei der Dachschalung wurde Effizienz wichtig
Bei einzelnen Balken fällt eine etwas langsamere Arbeitsweise kaum auf. Bei der Dachschalung war das anders: Hier lagen sehr viele Bretter nebeneinander, die vor der Montage behandelt werden sollten. Ich habe die Teile deshalb möglichst in Serie bearbeitet und jeweils zwei Anstriche 710 Pinie aufgebracht.
Nach dem Serienanstrich habe ich die Bretter montiert. Wie ich die Dachschalung am Carport verlegt, den Stoß meiner 3-m-Bretter auf dem mittleren Sparren angeordnet und verzogenen Rauspund beim Verschrauben in Position gebracht habe, zeige ich im eigenen Praxisbeitrag.
Gerade bei dieser Menge war das Vlies für mich ein großer Vorteil. Ich konnte nacheinander viele lange Flächen bearbeiten, ohne jedes Brett mit einer komplett anderen Technik behandeln zu müssen.
Warum ich nach dem früheren Einsatz meines Wagner-Sprühgeräts schließlich auf das Osmo-Auftragsvlies umgestiegen bin, zeige ich in meinem Vergleich Holzlasur sprühen oder streichen: Meine Erfahrungen aus drei Holzprojekten. Besonders interessant ist dabei die gesamte Arbeitszeit einschließlich Vor- und Nachbereitung.
So sieht der Carport nach zwei Anstrichen aus
Während der Bauphase sah man zunächst vor allem die dunkle Konstruktion in 703 Mahagoni. Erst mit der helleren Dachschalung entstand der Kontrast, den ich erreichen wollte.
Im fertigen Zustand gefällt mir die Zweiteilung weiterhin sehr gut: Die tragenden Balken wirken deutlich dunkler, während Dachschalung und Seitenverkleidung durch 710 Pinie heller bleiben und die Holzstruktur gut sichtbar ist.
Was ich beim nächsten Carport wieder genauso machen würde
Beim Schleifen würde ich für eine ähnlich große Holzmenge wieder früh zu einer kräftigeren kabelgebundenen Maschine greifen. Den DBO180 würde ich weiterhin für kleinere oder mobile Arbeiten nehmen, aber nicht mehr als Hauptmaschine für so ein großes Projekt einplanen.
Beim Streichen würde ich dagegen kaum etwas ändern. Zwei Farbtöne, zwei Anstriche und vor allem der Auftrag mit Padhalter und Vlies haben für mich hervorragend funktioniert. Gerade weil ich dieselbe Auftragstechnik schon an der Poolumrandung erfolgreich eingesetzt hatte, ist das für mich inzwischen keine einmalige Zufallserfahrung mehr.
Wenn du den eigentlichen Holzbau meines Carports nachvollziehen möchtest, findest du im Beitrag Schlitz und Zapfen herstellen meine Pfosten-Pfetten-Verbindungen. Wie ich die Auflager für die neun Sparren hergestellt habe, zeige ich im Beitrag Sparren ausklinken. Den kompletten Projektablauf vom Holzbau bis zum Finish habe ich zusätzlich unter Carport selber bauen zusammengefasst.
-
Mülltonnenbox selber bauen: Im Mai 2024 habe ich neben unserer Garage eine Holzbox für vier Mülltonnen gebaut. Jeder Behälter hat eine eigene Tür und einen…
Hier weiter informieren! -
Sparren ausklinken war bei meinem selbst gebauten Carport eine Arbeit, bei der sich eine gute Schablone für mich besonders bezahlt gemacht hat. Ich hatte neun…
Hier weiter informieren! -
Schlitz und Zapfen herstellen war bei meinem selbst gebauten Carport eine der Arbeiten, vor denen ich anfangs am meisten Respekt hatte. Am Ende habe ich…
Hier weiter informieren!
