Rhombusleisten am Carport montieren war bei meinem Eigenbau der letzte eigentliche Arbeitsschritt, bevor der Carport für mich baulich fertig war. Die rechte Seite war noch offen. Dafür habe ich zuerst innen einen eigenen Holzrahmen gebaut und anschließend die Rhombusleisten von außen befestigt.
Die Leisten waren ursprünglich 6 Meter lang. Ich wollte den Innenrahmen so setzen, dass die Rhombusleisten außen bündig mit der vorhandenen Konstruktion abschließen. Genau beim Rahmen passierte mir allerdings auch der größte Fehler dieses Arbeitsschritts: Ich hatte zu knapp gemessen und bekam ihn am Ende nur mit Spanngurten und Hebeln in Position.
Die folgenden Schritte zeigen meine konkrete Ausführung. Schraubenabmessungen oder pauschale Abstände leite ich daraus bewusst nicht ab: Innen habe ich den Rahmen mit SPAX befestigt, außen die Rhombusleisten mit Edelstahlschrauben.
TL;DR: Rhombusleisten am Carport in 5 Punkten
Rhombusleisten am Carport montieren: meine Ausgangslage
Die Seitenverkleidung entstand erst ganz am Ende meines ursprünglichen Carportbaus. Pfosten, Pfetten, Sparren, Dachschalung, EPDM und Dachbleche waren bereits fertig. Im Überblick zeige ich den gesamten Ablauf im Beitrag Carport selber bauen.
Für die rechte Seite habe ich keine fertige Unterkonstruktion gekauft. Stattdessen baute ich einen Rahmen passend zwischen die vorhandenen Carport-Hölzer. Dieser Rahmen sollte später die Befestigungsfläche für die horizontalen Rhombusleisten bilden.
Rhombusleisten am Carport montieren: meine 7 Schritte
Schritt 1: Innenrahmen ausmessen und zusägen
Am Anfang stand für mich nicht die Rhombusleiste selbst, sondern der Rahmen dahinter. Ich maß die freie Seite aus und sägte die Rahmenhölzer so zu, dass die später außen montierten Leisten bündig mit der vorhandenen Carport-Konstruktion abschließen konnten.
Zum Messen hatte ich meine Bosch-Bandmaße mit 5 und 8 Metern im Einsatz. Für die größeren Zuschnitte nutzte ich meine Makita DHS900. Kleinere Anpassungen konnte ich bei Bedarf mit der Japansäge erledigen. Entscheidend war für mich an dieser Stelle, beim Zuschnitt bereits die spätere Außenkante mitzudenken, damit die Rhombusleisten nach der Montage bündig mit der vorhandenen Carport-Konstruktion abschließen.
Schritt 2: Rahmen schleifen und streichen
Bevor der Rahmen in die Carport-Seite kam, habe ich die Hölzer geschliffen und gestrichen. Beim Schleifen nutzte ich meinen Exzenterschleifer mit K80. Diese Reihenfolge war für mich deutlich angenehmer, als die Flächen später im eingebauten Zustand bearbeiten zu müssen.
Beim Streichen kam wieder mein Osmo-Ölfarben-Auftragsset zum Einsatz. Auch der Hersteller empfiehlt bei seiner Holzschutz Öl-Lasur, den ersten Anstrich – wenn möglich – bereits vor der Montage aufzutragen. Osmo beschreibt diese Vorgehensweise in den Verarbeitungshinweisen. Meine ausführliche Schleif- und Lasur-Praxis am gesamten Carport findest du zusätzlich unter Carport schleifen und streichen.
Schritt 3: Den Rahmen einsetzen und innen verschrauben
Beim Einsetzen merkte ich, dass ich beim Ausmessen zu kleinlich beziehungsweise zu knapp gewesen war. Der Rahmen passte auf dem Papier gut, praktisch ließ er sich aber kaum noch zwischen die vorhandenen Hölzer bekommen.
Mit Spanngurten und Hebeln konnte ich den Rahmen schließlich trotzdem in Position bringen. Danach befestigte ich ihn von innen mit SPAX-Schrauben. Einen pauschalen Montagespalt würde ich daraus nicht ableiten – mein Learning ist nur: Ein Rahmen braucht nicht nur rechnerisch Platz, sondern auch genügend Spiel, damit er sich tatsächlich einsetzen und ausrichten lässt.
Schritt 4: Die 6-m-Rhombusleisten auf Länge sägen
Erst als der Rahmen saß, bereitete ich die eigentliche Außenverkleidung vor. Die Rhombusleisten waren ursprünglich 6 Meter lang und mussten für die einzelnen Felder auf das jeweilige Maß gekürzt werden.
Für den Hauptzuschnitt nutzte ich wieder meine Makita DHS900. Die Säge kenne ich aus mehreren Arbeiten am Carport; Makita gibt für die DHS900Z ein 235-mm-Sägeblatt und bis zu 85 mm Schnitttiefe bei 90° an. Die technischen Daten stehen im Makita-Datenblatt. Für kleine Korrekturen war zusätzlich meine Japansäge praktisch.
Schritt 5: Rhombusleisten mit K80 schleifen
Nach dem Ablängen habe ich die Rhombusleisten geschliffen. Dafür verwendete ich meinen Exzenterschleifer mit 80er Schleifpapier. Mir ging es hier vor allem darum, die Oberflächen und Kanten vor dem späteren Anstrich sauber vorzubereiten.
Schritt 6: Drei Schraubenreihen markieren und Bohrpunkte senken
Vor dem Streichen legte ich die später sichtbaren Schraubenpositionen fest. Ich markierte drei Schraubenreihen über die Verkleidung, damit die Schraubenköpfe später nicht zufällig versetzt sitzen, sondern über die Fläche sauber auf Linie bleiben.
Die markierten Bohrpunkte bereitete ich anschließend mit meinem Senker vor. Mein DHP453 war dabei als Akkuschrauber im Einsatz. Die genaue Schraubengröße der Außenbefestigung dokumentiere ich hier bewusst nicht, weil ich sie für diesen Arbeitsschritt nicht mehr sicher belegen kann.
Schritt 7: Erst streichen, dann außen mit Edelstahl verschrauben
Erst nachdem Länge, Schliff und die drei Schraubenreihen vorbereitet waren, habe ich die Rhombusleisten gestrichen. Auch hier verwendete ich wieder mein Osmo-Auftragsset. Für mich hatte diese Reihenfolge einen praktischen Vorteil: Die Leisten lagen beim Beschichten noch frei und ich musste die fertige Seitenwand nicht nachträglich Stück für Stück bearbeiten.
Anschließend montierte ich die Leisten von außen am vorbereiteten Rahmen. Dafür nutzte ich Edelstahlschrauben. Mir war wichtig, die bereits angezeichneten Schraubenreihen beim Verschrauben beizubehalten. Wenn du Schrauben nach Material, Kopf, Gewinde und Umgebung auswählst, findest du meine grundsätzliche Vorgehensweise im Ratgeber Welche Schraube brauche ich?.
Mein größter Fehler: Der Rahmen war zu knapp gemessen
Der interessanteste Praxispunkt dieses Arbeitsschritts war für mich nicht das Verschrauben der Rhombusleisten, sondern der Rahmen. Ich wollte so genau arbeiten, dass er am Ende praktisch kein Montagespiel mehr hatte.
Das Ergebnis: Der fertige, bereits geschliffene und gestrichene Rahmen ließ sich nur sehr schwer einsetzen. Mit Spanngurten und Hebeln funktionierte es schließlich – beim nächsten Mal würde ich aber bewusst etwas mehr Einbauspiel vorsehen und die Montage bereits beim Ausmessen mitdenken.
Mein Learning: „Exakt gemessen“ und „gut montierbar“ sind bei einem vorgefertigten Rahmen nicht automatisch dasselbe. Diese Erfahrung würde ich heute höher gewichten als den letzten Millimeter beim Zuschnitt.
Diese Werkzeuge habe ich für die Seitenverkleidung benutzt
- Makita DHS900: Zuschnitt der Rahmenhölzer und Rhombusleisten
- Makita DHP453: Bohrvorbereitung und Verschraubungsarbeiten
- Bosch Bandmaß 5 m und 8 m: Rahmen und lange Leisten ausmessen
- Senker: die markierten Schraubpunkte vor der Montage vorbereiten
- Japansäge: kleinere Anpassungen und Nacharbeiten
- Exzenterschleifer + K80: Rahmenhölzer und Rhombusleisten vor dem Streichen schleifen
- Spanngurte und Hebel: den zu knapp gefertigten Rahmen beim Einsetzen in Position bringen
- Osmo Öl-Farben Auftrags-Set: Rahmen und Leisten vor der Montage beschichten
Der DHP453 ist ein älteres, eher einfaches 18-V-LXT-Modell. Makita nennt für die Maschine 42 Nm hartes Drehmoment. Für meine Bohr- und Schraubarbeiten an dieser Verkleidung hat er gereicht; das ist eine andere Belastung als die sehr langen Holzbauschrauben an Pfetten und Sparren, bei denen ich seine Grenzen deutlich gemerkt habe.
Das Ergebnis: bündige Rhombusverkleidung an der rechten Carport-Seite
Am Ende schließt die Verkleidung außen so ab, wie ich es geplant hatte. Der dunklere Innenrahmen bleibt von innen sichtbar, außen bestimmen die helleren horizontalen Rhombusleisten das Bild. Die drei vorbereiteten Schraubenreihen sorgen dafür, dass die Befestigung über die Fläche geordnet wirkt.
Mit diesem Schritt war der ursprüngliche Carport für mich baulich fertig. Das später auf dem Dach installierte Balkonkraftwerk war keine weitere Bauphase des Carports, sondern eine nachträgliche Erweiterung.
Würde ich die Rhombusleisten wieder so montieren?
Ja – die grundsätzliche Reihenfolge würde ich wieder so wählen: erst Rahmen bauen, schleifen und streichen; danach die langen Leisten ablängen, schleifen, Schraubenreihen markieren und senken; erst dann streichen und montieren.
Ändern würde ich vor allem den Umgang mit dem Rahmenmaß. Dort würde ich beim nächsten Mal nicht maximal knapp arbeiten, sondern die reale Einbausituation stärker berücksichtigen. Die optisch sauberen Schraubenreihen und die Vorbereitung der Leisten vor der Montage würde ich dagegen genauso wieder machen.
Weitere Carport-Schritte aus meinem Projekt
Wenn du die Konstruktion hinter der Seitenverkleidung weiter nachvollziehen willst, führen drei zentrale Bauabschnitte tiefer in mein Projekt: das Aufstellen der Carport-Pfosten, meine Schlitz-und-Zapfen-Verbindungen sowie das Befestigen der Sparren auf den Pfetten. Genau diese drei Beiträge zeigt der folgende Themenblock.
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