Carport-Pfosten aufstellen klingt zunächst nach einem einfachen Arbeitsschritt: Fundament finden, Pfostenträger montieren, Pfosten drauf. Bei meinem Carport war gerade dieser frühe Abschnitt aber entscheidend dafür, wie gut die spätere Konstruktion – und sogar das Parken – funktioniert.
Die vier Fundamente für die freistehenden Pfosten hatte ich bereits etwa fünf Jahre vorher beim Pflastern angelegt. Sie lagen paarweise ungefähr 2,5 und 5 Meter von meiner Stahlbetongarage entfernt. Die beiden hinteren Pfosten stehen bei meinem Aufbau nicht auf eigenen Punktfundamenten, sondern sind direkt durchgehend an der Garage verschraubt. Das war geometrisch sauber vorbereitet. Aus heutiger Sicht würde ich trotzdem einen Punkt stärker berücksichtigen: Wo stehen später die Autos – und wo liegen deren B- und C-Säulen?
Genau dort habe ich bei meinem Aufbau heute den größten Kritikpunkt: Der mittlere Pfosten stört beim Parken beziehungsweise Ein- und Aussteigen mehr, als ich damals bei der Fundamentplanung erwartet hatte. Wenn ich den Carport heute noch einmal planen würde, würde ich die Pfostenpositionen deshalb nicht nur nach dem Baukörper, sondern zusätzlich nach den realen Fahrzeugpositionen festlegen.
TL;DR: Meine 6 wichtigsten Erfahrungen
Meine Fundamente waren schon beim Pflastern vorbereitet
Ich habe die Fundamente für diesen Carport nicht erst unmittelbar vor dem Holzbau betoniert. Vier Fundamente waren bereits etwa fünf Jahre vorher entstanden, als die Fläche gepflastert wurde. Sie waren für die vier freistehenden Pfosten vorgesehen. Die beiden hinteren Pfosten wurden später direkt an meiner Stahlbetongarage befestigt und brauchten bei meinem Aufbau deshalb keine eigenen Punktfundamente.
Bevor ich die Carport-Pfosten aufstellen konnte, musste ich deshalb zunächst die vier alten Fundamente wieder unter dem Pflaster freilegen.
Deshalb ist dieser Beitrag ausdrücklich keine Anleitung zum Dimensionieren oder Betonieren von Carport-Fundamenten. Ich dokumentiere, wie ich meine vorhandenen Fundamente wieder freigelegt und für die Pfostenmontage genutzt habe.
Carport-Pfosten aufstellen: Was ich heute bei der Position anders planen würde
Die vier Fundamente lagen paarweise ungefähr 2,5 und 5 Meter von meiner Stahlbetongarage entfernt. Für die reine Geometrie des Carports war das nachvollziehbar. Im Alltag zählt aber nicht nur die Konstruktion, sondern auch das Auto darunter.
Heute würde ich vor dem Festlegen der Fundamente zwei Fahrzeuge so auf die zukünftigen Stellplätze stellen, wie sie später wirklich geparkt werden. Dann würde ich prüfen, wo Türen aufschwingen und wo die B- beziehungsweise C-Säulen der Fahrzeuge liegen. Der mittlere Pfosten meines Carports ist konstruktiv dort, wo er geplant war – praktisch stört er mich heute trotzdem.
Das ist wahrscheinlich die wichtigste Erfahrung aus diesem frühen Bauabschnitt: Pfostenraster und Fahrzeugraster gehören zusammen betrachtet.
Warum ich verdeckte Pitzl-Pfostenträger statt H-Anker gewählt habe
Bei der Optik hatte ich eine klare Vorstellung: Ich wollte an den 14×14-cm-Pfosten möglichst keine großen sichtbaren Metallteile. Klassische H-Anker wären für mich funktional gewesen, hätten aber dauerhaft sehr präsent ausgesehen.
Beim Carport-Pfosten aufstellen war mir neben der Befestigung auch wichtig, dass die Metallteile später möglichst wenig sichtbar sind.
Deshalb habe ich mich für verdeckte beziehungsweise sehr unauffällige Pitzl-Pfostenträger entschieden. Nach der Montage sitzt die Verbindung weitgehend unter dem Holz. Genau dieser ruhige Übergang vom Pflaster zum dunklen Holz war mir wichtig.
Inzwischen konnte ich meine damalige Bestellung eindeutig zuordnen: Verwendet habe ich den Pitzl Pfostenträger 10920.1000 mit Rechts-/Linksgewinde, M24-Gewinde und einem Verstellbereich von 142 bis 207 mm. Genau dieses Modell steckt unter meinen vier freistehenden 14×14-cm-Pfosten.
So habe ich die vorhandenen Fundamente wieder freigelegt
Über den vier alten Fundamenten lag inzwischen die Pflasterfläche. Einfach einzelne Steine herauszuhebeln war bei gut gefüllten Fugen unnötig mühsam. Mein pragmatischer Weg war deshalb der Hochdruckreiniger.
Ich habe den Fugensand rund um die betreffenden Pflastersteine so lange ausgespült, bis genug Bewegungsfreiheit vorhanden war und ich die Steine herausnehmen konnte. Danach lag die Betonfläche des Fundaments wieder frei.
Das war bei mir deutlich einfacher, als mit Gewalt zwischen eng sitzende Pflastersteine zu gehen. Natürlich entsteht dabei eine ordentliche Mischung aus Wasser und Fugensand – das sollte man bei der Arbeit einplanen.
Betonfläche nacharbeiten und Pfostenträger befestigen
Die freigelegte Betonoberfläche war für meine Pfostenträger noch nicht so eben, wie ich sie haben wollte. Deshalb habe ich sie mit dem Winkelschleifer und einer Steinscheibe noch einmal nachgeschliffen.
Anschließend habe ich die Träger ausgerichtet und in Waage gebracht. Befestigt wurden sie bei meinem Carport mit MKT Bolzenankern B 12-20-35/115 A4. Das sind M12-Bolzenanker aus Edelstahl A4 mit 115 mm Gesamtlänge. Auf der damaligen Packung ist für diese Ausführung ein 12-mm-Bohrloch angegeben.
Gerade bei solchen Ankern würde ich heute stärker als bei vielen anderen Heimwerkerarbeiten auf die konkrete Zulassung, Randabstände und den vorgesehenen Beton achten. Das ist kein Bereich, in dem ich eine alte Schraubengröße einfach pauschal auf ein anderes Fundament übertragen würde.
14×14-cm-Pfosten vorbereiten und aufsetzen
Die vier freistehenden Hauptpfosten meines Carports haben 14 × 14 cm Querschnitt. An deren Unterseite habe ich die Gegenplatte des Pfostenträgers montiert. Dafür habe ich die Pfosten vorgebohrt und SPAX Holzbauschrauben 10 × 120 mm mit T-STAR plus, Tellerkopf, Teilgewinde, 4CUT und WIROX verwendet.
Bei der von mir gekauften SPAX-Ausführung handelt es sich um die Artikelnummer 0251021001205. Sie passt in meinem Aufbau zu den vier Bohrungen der oberen Pitzl-Platte. Wichtig: Pitzl beschreibt für diese Pfostenträger-Familie technisch eine 10×120-mm-Sicherung; welche Schraubenart für andere Konstruktionen erforderlich ist, sollte trotzdem nach Hersteller-/Statikvorgabe gewählt werden.
Danach konnte die am Pfosten montierte Seite des Trägers mit dem bereits auf dem Fundament befestigten Unterteil verbunden und der Pfosten aufgestellt werden.
Die beiden hinteren Pfosten habe ich durch den Stahlbeton geschraubt
Bei den beiden hinteren Pfosten war der Aufbau anders als bei den vier freistehenden Pfosten. Sie stehen direkt an meiner Stahlbetongarage und wurden mit DIN-603-Schlossschrauben durchgehend befestigt.
Dafür habe ich Pfosten und später auch die Pfette zunächst im Holz vorgebohrt. Anschließend habe ich das jeweilige Bauteil an die Garage gestellt, die Bohrpositionen auf dem Stahlbeton markiert und das Holz wieder weggenommen. Erst danach habe ich die Durchgangslöcher durch den Stahlbeton gebohrt.
Beim endgültigen Montieren wurden die Schlossschrauben von außen durch Holz und Beton gesteckt. Auf der Innenseite der Garage habe ich jeweils nur eine Unterlegscheibe und eine Mutter verwendet. Optisch ist das innen keine besonders elegante Lösung – für mich ist sie dort völlig in Ordnung, weil diese Seite im Alltag praktisch niemand sieht.
Pro hinterem Pfosten habe ich vier Schlossschrauben gesetzt. Die an der Garage befestigte Pfette bekam sechs Durchgangsschrauben. Nach meiner damaligen Auslegung wären vermutlich weniger Befestigungspunkte möglich gewesen; ich habe mich aber auch wegen der gleichmäßigen Optik bewusst für diese Anordnung entschieden. Das ist keine Empfehlung, diese Stückzahlen auf andere Konstruktionen zu übertragen.
Die konkrete Durchsteckverbindung ist bereits separat dokumentiert: In meinem Beitrag Schlossschraube oder Holzschraube? zeige ich die DIN-603-Verbindung an genau dieser Betonfertiggarage, einschließlich meiner M12×260-mm-Praxisgröße, Mutterseite und der später gekürzten Schraubenenden.
Vier auf Fundamenten, zwei an der Garage – alle sechs Pfosten standen
Als die vier freistehenden Pfosten auf ihren Fundamenten und die beiden hinteren Pfosten an der Garage befestigt waren, war der Carport zum ersten Mal als räumliche Konstruktion erkennbar. Oben waren die 5-cm-Zapfen bereits vorbereitet, auf die später die Pfetten mit ihren gefrästen Schlitzen gesetzt wurden.
Wie ich diese Verbindung hergestellt habe, zeige ich ausführlich in Schlitz und Zapfen herstellen. Dort geht es um die 14×14-cm-Pfosten, die 14×28-cm-Pfetten, meine DRT50-Schablonen und die Zapfenbearbeitung mit DHS900 und Stechbeitel.
Was ich beim nächsten Carport anders machen würde
Die verdeckten Pfostenträger an den vier freistehenden Pfosten würde ich wieder wählen. Optisch gefällt mir die Lösung bis heute deutlich besser als ein großer sichtbarer H-Anker am Fuß jedes Pfostens. Auch die schlichte Mutterseite der beiden garage-seitigen Durchgangsverbindungen stört mich innen nicht – dort war mir die Funktion wichtiger als eine unsichtbare Gegenbefestigung.
Auch das Freilegen der vier alten Fundamente über die ausgewaschenen Pflasterfugen hat für mich funktioniert. Ändern würde ich vor allem die Planung davor: Ich würde die späteren Fahrzeuge bereits bei der Fundamentpositionierung mit einbeziehen und die Pfosten so legen, dass Türen und Fahrzeug-Säulen möglichst wenig miteinander kollidieren.
Der nächste große Montageschritt war anschließend das Aufsetzen und Befestigen der Pfetten auf den Pfosten. Genau dort ist mir später auch einer der ärgerlichsten Fehler des gesamten Carportbaus passiert: Zwei Pfetten mussten noch einmal gedreht werden, nachdem die Sparren schon oben lagen.
Den gesamten Bauweg von diesen sechs Pfosten bis zur fertigen Dachabdichtung und Oberfläche habe ich inzwischen unter Carport selber bauen – mein kompletter Praxisweg zusammengefasst.
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