Kopfband am Carport befestigen war bei meinem Eigenbau ein kleinerer Arbeitsschritt als das Aufsetzen der schweren Pfetten – technisch interessant war er trotzdem. Vorne an meinem Carport sitzen zwei diagonale Kopfbänder. Jedes verbindet einen äußeren 14×14-cm-Pfosten mit der 14×28-cm-Pfette, sodass insgesamt vier Anschlussstellen entstehen.
Der entscheidende Praxispunkt war für mich: Ich habe die beiden Enden eines Kopfbandes nicht identisch verschraubt. Am Pfosten war der schräge Schraubweg durch den begrenzten Querschnitt kritischer. An der 28 cm hohen Pfette hatte ich deutlich mehr Holz zur Verfügung.
Die damalige Baustellennotiz habe ich noch. Sie bestätigt die von mir verwendeten Längen 8×220 mm beim Tellerkopf und 8×240 mm beim Zylinderkopf. Die folgenden Angaben dokumentieren ausschließlich meinen Carport und sind keine statische Vorgabe für andere Konstruktionen.
TL;DR: Meine 5 wichtigsten Erfahrungen
Kopfband am Carport befestigen: meine 4 Anschlussstellen
Ein Kopfband ist eine diagonale Strebe zwischen einem horizontalen und einem vertikalen Bauteil. BauNetz Wissen beschreibt das Kopfband als Bauteil, das mit Pfette beziehungsweise Träger und Pfosten ein steifes Dreieck bildet.
Bei meinem Carport sitzen beide Kopfbänder an der Vorderseite. Daraus ergeben sich zwei Anschlüsse an den äußeren Pfosten und zwei Anschlüsse an der vorderen Pfette. Wie viele Kopfbänder ein anderer Carport benötigt und wie diese statisch zu bemessen sind, leite ich aus meinem Aufbau ausdrücklich nicht ab.
Wichtig: Meine Schraubenmaße und Stückzahlen sind eine Dokumentation meines konkreten Carports. Bei tragenden Holzverbindungen müssen unter anderem Querschnitte, Geometrie, Lasten, Randabstände, Einschraubwinkel und das verwendete Schraubsystem zur jeweiligen Konstruktion passen.
Zwei weitere Schlitz-und-Zapfen-Verbindungen an den Kopfbändern
Bei den beiden vorderen Kopfbändern kamen in meinem Projekt insgesamt zwei weitere Schlitz-und-Zapfen-Verbindungen hinzu. Zusammen mit den sechs Pfette-Pfosten-Verbindungen waren das die acht Verbindungen, bei denen ich diese klassische Holzbearbeitung eingesetzt habe.
Die Herstellung selbst wiederhole ich hier nicht. Wie ich die Schlitze mit der Makita DRT50 gefräst, die Zapfen mit der DHS900 eingesägt und anschließend mit Stechbeiteln ausgearbeitet habe, zeige ich ausführlich in meinem Beitrag Schlitz und Zapfen herstellen.
Warum ich am Pfosten anders verschraubt habe als an der Pfette
Genau hier liegt für mich der stärkste Praxispunkt des ganzen Arbeitsschritts: Dasselbe Kopfband trifft an seinen beiden Enden auf sehr unterschiedliche Platzverhältnisse. Deshalb habe ich nicht einfach an beiden Anschlüssen dasselbe Schraubenbild übernommen.
Am Pfosten nur 1× Zylinderkopf 8×240 mm
Am 14×14 cm starken Pfosten setzte ich je Kopfband nur eine Zylinderkopfschraube 8×240 mm. Der Grund war der schräge Einschraubwinkel. Ich hatte Sorge, mit einer weiteren langen Schraube bei ungünstigem Verlauf auf der Rückseite des Pfostens wieder herauszukommen.
Das war eine bewusste Entscheidung in meiner konkreten Verbindungssituation – keine Aussage, dass eine einzelne 8×240-mm-Schraube allgemein für einen Kopfbandanschluss ausreicht. Bei einem anderen Winkel oder Querschnitt kann die Situation völlig anders aussehen.
An der 28-cm-Pfette 1 Tellerkopf + 2 Zylinderkopf
An der Pfette hatte ich deutlich mehr Holzquerschnitt. Sie ist bei meinem Carport 28 cm hoch. Dort verwendete ich je Kopfband eine Tellerkopfschraube 8×220 mm und zwei Zylinderkopfschrauben 8×240 mm.
Für meine beiden Kopfbänder ergibt das an den Pfettenanschlüssen zusammen 2 Tellerkopf- und 4 Zylinderkopfschrauben. Dazu kommen die beiden Zylinderkopfschrauben an den Pfosten. Insgesamt sind es damit 2× Tellerkopf 8×220 mm + 6× Zylinderkopf 8×240 mm = 8 Schrauben.
Die grundsätzliche Aufgabenteilung der Schraubentypen wird auch von SPAX für konstruktive Carport-Verbindungen beschrieben: Tellerkopf-Teilgewindeschrauben werden zum Dichtziehen der Holzbauteile eingesetzt, Vollgewindeschrauben zur weiteren konstruktiven Verbindung. Die dort gezeigten Bemessungsregeln ersetzen keine Prüfung meiner oder einer anderen individuellen Konstruktion.
Meine Baustellennotiz bestätigt 8×220 und 8×240 mm
Bei den Schraubenlängen muss ich mich nicht allein auf meine Erinnerung verlassen. Auf meiner damaligen Notiz steht unter „Kopfbänder“ ausdrücklich Tellerkopf 8×220 und Zylinderkopf 8×240. Damit sind die beiden Längen aus der Bauphase dokumentiert.
Bei der Stückzahl weicht die alte Notiz dagegen von meinem heutigen Ist-Stand ab. Dort stehen vier Zylinderkopfschrauben. Tatsächlich habe ich zusätzlich an jedem der beiden Pfosten je eine Zylinderkopfschraube gesetzt. Für die finale Stückzahl im Artikel ist deshalb meine ausgeführte Verbindung maßgeblich: sechs Zylinderkopf plus zwei Tellerkopf.
Mein DHP453 reichte für die 220-/240-mm-Schrauben
Für die Kopfband-Verbindungen konnte ich meinen Makita DHP453 verwenden. Die hier eingesetzten 8×220- und 8×240-mm-Holzbauschrauben bekam ich in meinem Aufbau mit dem vorhandenen Akkuschrauber eingedreht.
Das ist ein interessanter Kontrast zum direkt benachbarten Bauabschnitt. Beim Befestigen der Pfetten auf den Pfosten verwendete ich 8×360- und 8×400-mm-Schrauben. Dafür war derselbe DHP453 in meinem Projekt nicht ausreichend.
Eine feste Schraubenlänge als Leistungsgrenze des DHP453 würde ich daraus trotzdem nicht ableiten. Holz, Schraubentyp, Reibung, Einschraubwinkel und Verbindungssituation verändern den Kraftbedarf. Meine belastbare Praxisaussage ist nur: 220/240 mm funktionierten hier, 360/400 mm bei den Pfette-Pfosten-Verbindungen nicht zuverlässig.
Was ich bei einem nächsten Carport wieder beachten würde
Den wichtigsten Punkt würde ich nicht an einer bestimmten Schraubenlänge festmachen. Ich würde jeden Anschluss zuerst nach seinem tatsächlichen Schraubweg beurteilen. Am Kopfband sieht man gut, warum: Zwei Enden desselben Bauteils können wegen unterschiedlicher Querschnitte und Winkel praktisch ganz andere Platzverhältnisse haben.
Bei meinem Aufbau war die 28 cm hohe Pfette für die langen schrägen Schrauben deutlich unkritischer als der 14 cm breite Pfosten. Genau deshalb würde ich auch bei einem neuen Projekt nicht einfach ein symmetrisches Schraubenbild übernehmen, nur weil es optisch naheliegt.
Die Kombination aus vorbereiteter Holzverbindung und zusätzlicher Verschraubung hat bei meinem eigenen Carport funktioniert. Für einen neuen Aufbau würde ich die Dimensionierung trotzdem erneut anhand der konkreten Geometrie und der statischen Anforderungen prüfen lassen beziehungsweise nach dem dafür vorgesehenen Verbindungssystem bemessen.
Weitere Carport-Schritte aus meinem Projekt
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