Sparren auf Pfetten befestigen war bei meinem Carport der nächste Schritt nach dem Ausklinken der 9 Sparren. Weil jeder Sparren auf 3 Pfetten aufliegt, hatte ich insgesamt 27 Auflager zu verschrauben.
Für jede dieser Verbindungen habe ich zunächst eine Tellerkopfschraube 8 × 280 mm verwendet und anschließend zwei Zylinderkopfschrauben 8 × 325 mm schräg gesetzt. Allein an den Sparren-Pfetten-Auflagern kamen damit 81 Schrauben zusammen.
Unerwartet spannend wurde dabei die Werkzeugfrage: Mein Makita DHP453 schaffte es ohne Vorbohren nicht, die langen Holzbauschrauben vollständig einzudrehen. Ein stärkerer Bosch Professional eines Handwerkers nebenan bekam es hin. Danach kaufte ich mir extra einen Makita DTD173 – der funktionierte besser, war bei den längsten Schrauben dieses Projekts für mich aber ebenfalls nicht die erhoffte Lösung.
TL;DR: Meine 5 wichtigsten Erfahrungen
Meine Schrauben für Sparren, Pfetten und Pfosten
Für die Sparren-Pfetten-Verbindungen habe ich andere Längen verwendet als für die Pfetten auf den Pfosten. Die folgende Tabelle dokumentiert meine konkrete Ausführung an diesem Carport.
Auf kleinen Displays lässt sich die Tabelle horizontal verschieben.
| Verbindung | Tellerkopf | Zylinderkopf | Pro Verbindung |
|---|---|---|---|
| Sparren → Pfette | 8 × 280 mm | 8 × 325 mm | 1 + 2 |
| Pfette → Pfosten | 8 × 360 mm | 8 × 400 mm | 1 + 2 |
Bei 27 Sparren-Pfetten-Auflagern ergibt das allein dort 27 Tellerkopfschrauben und 54 Zylinderkopfschrauben – insgesamt also 81 Schrauben.
Wichtig: Diese Maße sind keine allgemeine Bemessungsempfehlung. Tragende Holzverbindungen hängen von Querschnitten, Lasten, Holz, Geometrie und weiteren Randbedingungen ab. SPAX stellt dafür eigene Holzbauinformationen und Bemessungshilfen bereit. Auf der aktuellen Herstellerseite zum Dachstuhl beschreibt SPAX unter anderem Tellerkopfschrauben zum Dichtziehen von Sparren auf Pfetten sowie Vollgewindeschrauben für hoch belastete Holzverbindungen. Zur SPAX-Dachstuhl-Seite.
Sparren auf Pfetten befestigen: So habe ich 27 Auflager verschraubt
Die eigentlichen Auflager hatte ich vorher bereits mit meiner Frässchablone hergestellt. Wie das funktionierte, zeige ich im Beitrag Sparren ausklinken.
Beim Verschrauben kam bei mir zuerst die 8 × 280 mm Tellerkopfschraube. Sie zog den Sparren auf die Pfette. Anschließend setzte ich zwei 8 × 325 mm Zylinderkopfschrauben schräg in die Verbindung.
Für die Auswahl von Durchmesser und Länge sowie für die schräge Anordnung der Zylinderkopfschrauben hatte ich mich damals an dem SPAX-Video „SPAX Carport“ orientiert. Das ist genau das Video, das ich beim Bau verwendet habe – und ich würde es tatsächlich empfehlen, weil mir die gezeigte Vorgehensweise sehr geholfen hat. Meine Merkformel „5 vor 12“ und „5 nach 12“ beschreibt nur, wie ich mir die im Video gezeigte schräge Anordnung gemerkt habe; sie ist keine allgemeingültige Grad- oder Statikvorgabe.
Die 8 × 280 mm Tellerkopfvariante und die 8 × 325 mm Zylinderkopf-Vollgewindeschraube werden von SPAX weiterhin im Holzbauprogramm geführt. SPAX Tellerkopf Ø 8 mm und SPAX Zylinderkopf Vollgewinde Ø 8 mm.
Vom eigentlichen Eindrehen der Schrauben habe ich keine Nahaufnahme. Inzwischen habe ich aber noch ein Foto aus der tatsächlichen Montagephase gefunden. Darauf waren ursprünglich mehrere Personen zu sehen; für die Veröffentlichung wurden sie entfernt. Die Sparren, Pfetten und die Carport-Konstruktion selbst blieben dabei unverändert.
Warum mein Makita DHP453 die langen Schrauben nicht geschafft hat
Mein Makita DHP453 gehört schon lange zu meinem Werkzeugbestand. Für viele normale Schraubarbeiten reicht er mir. Bei diesen langen Holzbauschrauben war allerdings Schluss: Ohne Vorbohren bekam ich die Schrauben nicht vollständig ins Holz.
Makita gibt für den DHP453 ein maximales Drehmoment von 42 Nm hart beziehungsweise 27 Nm weich an. Das ist nur eine technische Einordnung und erklärt eine reale Schraubanwendung nicht allein – Holzart, Schraubenlänge, Gewinde, Reibung und weitere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Das offizielle Datenblatt findest du direkt bei Makita zum DHP453.
Der Bosch Professional vom Handwerker rettete mir die Situation
Ich hatte an dieser Stelle schlicht Glück: Nebenan arbeitete gerade ein Handwerker mit einem stärkeren Bosch Professional Akkuschrauber. Mit diesem Gerät ließen sich die Schrauben vollständig eindrehen.
Die genaue Modellbezeichnung des Bosch habe ich mir damals nicht notiert. Auf dem Foto ist zwar ein Bosch Professional zu sehen, aber ich möchte das Gerät heute nicht anhand eines Bildes nachträglich auf eine Modellnummer festlegen. Für den Praxisbericht reicht die belastbare Aussage: Der stärkere Bosch schaffte die Schrauben, mein DHP453 nicht.
Warum der Makita DTD173 für diesen Zweck mein Fehlkauf war
Nach dieser Erfahrung wollte ich eine stärkere LXT-Lösung im eigenen Werkzeugbestand haben. Bei meiner damaligen Internetrecherche erschien mir der Makita DTD173 als passende Wahl. Ich kaufte ihn deshalb extra für mehr Reserven bei solchen Schraubarbeiten.
Und tatsächlich: Gegenüber meinem DHP453 funktionierte der DTD173 bei mir deutlich besser. Bei den längsten Schrauben des Carport-Projekts reichte seine Leistung aber ebenfalls nicht aus, um sie so einzudrehen, wie ich es erwartet hatte. Für genau diesen geplanten Einsatzzweck war der Kauf deshalb im Nachhinein für mich ein Fehlkauf.
Das ist ausdrücklich keine allgemeine Abwertung des DTD173. Makita gibt für ihn maximal 180 Nm an und bietet vier Schraubmodi, darunter einen Holzmodus. Meine Erfahrung zeigt für mich vielmehr, dass eine einzelne Drehmomentzahl nicht garantiert, dass sehr lange Holzbauschrauben in jeder realen Konstruktion problemlos funktionieren. Zum offiziellen Makita-Datenblatt des DTD173.
Wenn du dich grundsätzlich fragst, wann Teilgewinde beziehungsweise Vollgewinde sinnvoll sind, habe ich dazu einen eigenen Ratgeber: Vollgewinde oder Teilgewinde?. Die verschiedenen Kopfformen erkläre ich außerdem im Beitrag Schraubenkopf-Arten.
Das fertige Ergebnis: 9 Sparren auf 3 Pfetten
Nach dem Ausklinken und Verschrauben lagen alle 9 Sparren auf den drei Pfetten. Später kam die Dachschalung darüber. Von der Seite lässt sich die Struktur des Carports heute noch gut nachvollziehen.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde
Die eigentliche Verschraubungslogik würde ich wieder vorab anhand von Hersteller- beziehungsweise Planungsunterlagen festlegen. Bei der Werkzeugwahl würde ich aber früher darauf achten, ob die Maschine für die wirklich langen Schrauben ausreichend Reserven besitzt.
Vor allem würde ich heute nicht mehr allein aus einer hohen Nm-Angabe ableiten, dass ein kompakter Schlagschrauber automatisch jede lange Holzbauschraube problemlos schafft. Mein DTD173 ist ein gutes Beispiel dafür: Er ist deutlich kräftiger als mein alter DHP453, hat aber genau den Einsatz, für den ich ihn damals gekauft hatte, nicht vollständig gelöst.
Im Carport-Cluster geht es davor um das Ausklinken der Sparren und um meine Schlitz-und-Zapfen-Verbindungen. Wie ich die große Holzmenge anschließend bearbeitet und geschützt habe, zeige ich in Carport schleifen und streichen.
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